Amplitudenmoduliertes Datensystem
Als amplitudenmoduliertes Datensystem (AMDS) bezeichnet man das Verfahren, mit Hilfe von amplitudenmodulierten Sendern im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich zusätzlich zum Radioprogramm für den Hörer nicht hörbare Zusatzsignale zu übermitteln. Um dies zu erreichen, wird der Träger des Senders phasenmoduliert. Da das Rundfunkprogramm in diesen Frequenzbereichen per Amplitudenmodulation übertragen wird, kann beim Empfang mit einem normalen Radioempfänger das AMDS-Signal nicht wahrgenommen werden. Wegen der begrenzten zur Verfügung stehenden Bandbreite (9 bzw. 10 kHz) beträgt die erzielbare Symbolrate bei AMDS maximal 200 Bd.
Im Unterschied zum RDS-Verfahren im UKW-System gibt es hier keinen einheitlichen Standard für die zu übertragende Information, und Geräte, die die Decodierung von AMDS-Informationen ermöglichen, sind meist nicht frei im Handel erhältlich.
Typische mit AMDS übertragene Informationen sind die Übertragung der Korrektursignale für Differential Global Positioning Systeme. Solche Signale wurden zum Beispiel bis zur Abschaltung des Senders über den Langwellensender Donebach des Deutschlandfunks auf 153 kHz übertragen.
Auch Zeitinformationen werden gelegentlich durch AMDS übertragen. So übertragen der Langwellensender von France Inter auf 162 kHz und der Mittelwellensender Mailand der RAI auf 900 kHz per AMDS ein Zeitzeichensignal. Der Langwellensender Zehlendorf, der zu DDR-Zeiten das Programm der Stimme der DDR (bzw. des Deutschlandsenders) ausstrahlte und zuletzt das Programm von Deutschlandradio Kultur übertrug, diente in der DDR zur Verbreitung von Pressemeldungen für die Handelsmarine.
Die AMDS-Sender werden mit Einführung des digitalen Rundfunks abgeschaltet. Als Nachfolge des AMDS/dGPS-Systems werden internetbasierte Verfahren wie Networked Transport of RTCM via Internet Protocol (Ntrip) angeboten.