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Baltazar Porras

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Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo (2016)
Kardinalswappen

Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo (* 10. Oktober 1944 in Caracas) ist ein venezolanischer Geistlicher und emeritierter römisch-katholischer Erzbischof von Caracas.

Baltazar Porras wuchs als Ältester von acht Kindern der Eheleute Baltazar Porras Porras und Blanca Luz Cardozo Heredia in Caracas auf.[1] Dort ging er in die Grundschule Luis de León und in die Pfarrschule der Pfarrgemeinde St. Teresa, in der er sechs Jahre lang Messdiener war. Von 1956 bis 1959 besuchte er das Kleine Seminar in Caracas.[2] Von 1959 bis 1962 studierte er Philosophie am Priesterseminar in Caracas, von 1962 bis 1966 Katholischen Theologie an der Päpstlichen Universität Salamanca, an der er das Lizenziat der Theologie erlangte.[2] Am 30. Juli 1967 weihte Erzbischof Miguel Antonio Salas Salas CIM den 22-jährigen Baltazar Porras zum Priester.[1]

Von 1967 bis 1969 war Porras Seelsorger und Pfarrer der Pfarrei Nuestra Señora de los Ángeles in Calabozo.[3] Zudem unterrichtete er von 1966 bis 1974 Geschichte und Geographie am Kleinen Seminar San José in Calabozo, dessen Direktor er von 1970 bis 1974 war. Berufsbegleitend studierte er von 1970 bis 1975 Geschichte und Geographie am Lehrerseminar in Caracas und erlangte die Lehrbefähigung für das Lehramt an Gymnasien.[2] 1975 kehrte er für postgraduale Studien an die Päpstliche Universität Salamanca zurück, die ihn 1977 mit einer Dissertation über die Anregungen der lateinamerikanischen Theologie und venezolanischer Bischöfe für die pastorale Praxis in seinem Heimatland (Diagnóstico teológico-pastoral de la Venezuela contemporánea desde la documentación episcopal venezolana y desde la teología latinoamericana) zum Dr. theol. promovierte.[2] Von 1978 bis 1983 war er Professor für Dogmatik und für Pastoraltheologie am Priesterseminar in Caracas.[3]

Am 23. Juli 1983 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Lamdia und zum Weihbischof in Mérida. Die Bischofsweihe spendete ihm José Alí Kardinal Lebrún Moratinos, Erzbischof von Caracas, am 17. September desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren Miguel Antonio Salas Salas CIM, Erzbischof von Mérida, und Domingo Roa Pérez, Erzbischof von Maracaibo.

Am 30. Oktober 1991 berief ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof von Mérida. Er war von 1999 bis 2006 Präsident der Bischofskonferenz von Venezuela (CEV). Als sich die Übergriffe der Regierung von Hugo Chávez gegen Oppositionelle häuften, wurde Erzbischof Porras nicht müde, die Wahrung der Menschenrechte zu verlangen. Chávez ließ in den ihm botmäßigen Medien daraufhin Porras in SS-Uniform darstellen.[4]

Von 2007 bis 2011 war Porras Erster Vizepräsident des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, wo er auch die Ämter des Präsidenten der Abteilung für Laien (1995–1999) und der Abteilung für Kommunikation (2003–2007) innehatte.

Im Konsistorium vom 19. November 2016 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Giovanni Evangelista e Petronio[5] in das Kardinalskollegium auf. Seine Titelkirche nahm er am 11. Juni des folgenden Jahres in Besitz.

Am 14. Januar 2017 berief ihn Papst Franziskus zum Mitglied der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika.[6] Am 23. Dezember 2017 ernannte ihn der Papst zum Mitglied des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben.[7]

Am 13. Juli 2019 ernannte ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der Kongregation für den Klerus.[8] Am 11. November 2019 ernannte ihn der Papst zum Mitglied des Päpstlichen Rates für die Kultur.[9]

Papst Franziskus ernannte ihn am 9. Juli 2018 zusätzlich für die Zeit der Sedisvakanz zum Apostolischen Administrator von Caracas.[10] Trotz seines relativ hohen Alters ernannte ihn Papst Franziskus am 17. Januar 2023 zum Erzbischof von Caracas, zunächst ohne ihn von der Leitung des Erzbistums Mérida zu entbinden.[11] Die Amtseinführung in Caracas fand am 28. Januar desselben Jahres statt.[12] Drei Tage später nahm der Papst seinen Rücktritt als Erzbischof von Mérida an.[13]

Am 28. Juni 2024 nahm Papst Franziskus das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Baltazar Porras an.[14]

José Hernán Sánchez Porras (1944–2014), Militärbischof in Venezuela, war ein Cousin von Baltazar Porras.

Ehrungen und Auszeichnungen

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  • Los Obispos y los Problemas de Venezuela. Trípode, Caracas 1978 (überarbeitete Fassung der Dissertation).
Commons: Baltazar Enrique Porras Cardozo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Curriculum vitae – Mons. Baltazar Enrique Porras Cardozo, Erzbistum Mérida (2008), S. 1, abgerufen am 12. Februar 2026 (spanisch).
  2. 1 2 3 4 Curriculum vitae – Mons. Baltazar Enrique Porras Cardozo, Erzbistum Mérida (2008), S. 2, abgerufen am 12. Februar 2026 (spanisch).
  3. 1 2 Curriculum vitae – Mons. Baltazar Enrique Porras Cardozo, Erzbistum Mérida (2008), S. 3, abgerufen am 12. Februar 2026 (spanisch).
  4. Reiner Wilhelm: Autoritarismus kommt vor dem Fall. Die einstige Vorzeigedemokratie Venezuela ist seit der Regierungszeit von Hugo Chávez von Autoritarismus geprägt. Seit 2013 hält sich der Sozialist Nicolás Maduro zunehmend brutal an der Macht. Die Kirche versucht dagegen zu halten. In: Herder Korrespondenz, Jg. 79 (2025), Heft 5, S. 44–46, hier S. 44.
  5. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli o Diaconie. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. November 2016, abgerufen am 19. November 2016 (italienisch).
  6. Nomina di Membri della Pontificia Commissione per l’America Latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. Januar 2017, abgerufen am 14. Januar 2017 (italienisch).
  7. Nomina di Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 23. Dezember 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017 (italienisch).
  8. Nomina di Membri della Congregazione per il Clero. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Juli 2019, abgerufen am 14. Juli 2019 (italienisch).
  9. Nomina di Membri e Consultori del Pontificio Consiglio della Cultura. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 11. November 2019, abgerufen am 11. November 2019 (italienisch).
  10. Rinuncia dell’Arcivescovo di Caracas (Venezuela) e nomina dell’Amministratore Apostolico sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis della medesima arcidiocesi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 9. Juli 2018, abgerufen am 9. Juli 2018 (italienisch).
  11. Nomina dell’Arcivescovo Metropolita di Caracas (Venezuela). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. Januar 2023, abgerufen am 17. Januar 2023 (italienisch).
  12. Ángel Alberto Morillo: El cardenal Baltazar Porras se posesiona como arzobispo de Caracas, mientras que Diosdado Cabello arremete en su contra: “El zamuro mayor al frente”. Vida Nueva, 29. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2023 (spanisch).
  13. Rinuncia e successione dell’Arcivescovo di Mérida (Venezuela). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 31. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2023 (italienisch).
  14. Rinuncia e nomina dell’Arcivescovo Metropolita di Caracas (Venezuela). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. Juni 2024, abgerufen am 28. Juni 2024 (italienisch).
VorgängerAmtNachfolger
Miguel SalasErzbischof von Mérida
1991–2023
Helizandro Terán Bermúdez OSA
Jorge Liberato Kardinal Urosa SavinoErzbischof von Caracas
2023–2024
Raúl Biord Castillo SDB
Ramón PérezPräsident der Bischofskonferenz von Venezuela
1999–2006
Ubaldo Santana