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Horst K. Mahler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Team der Sammlung Mainfränkische Trias Euerdorf 2013 (v.l.: Michael Henz, Horst K. Mahler, Jürgen Sell und Bernd Neubig)

Horst Karlheinz Mahler (* 16. April 1958 in Euerdorf) ist ein deutscher Fossiliensammler, Geologe und Paläontologe.

Horst K. Mahler, der hauptberuflich Offizier bei der Bundesmarine war und in Eitorf und Euerdorf wohnt, gehört mit den Amateur-Paläontologen Jürgen Sell, Michael Henz und Bernd Neubig zur Sammlergruppe SMTE (Sammlung Mainfränkische Trias Euerdorf), die sich auf Fossilien aus der germanischen Trias des mitteleuropäischen Beckens spezialisiert hat. Gemeinsam gründeten sie in ihrer Heimat Euerdorf, in der sie schon seit Jugendzeiten Fossilien sammeln, das 2013 mit EU-Mitteln geförderte Museum Terra Triassica als Ausstellungsort ihrer über 25.000 Fundstücke.[1]

Zusammen mit Jürgen Sell beschrieb Mahler mit der vulgaris/costata-Bank einen Leithorizont im Oberen Buntsandstein Nordbayerns und Baden-Württembergs.[2]

Heseneuma hammelburgensis BRAUCKMANN & SCHLÜTER, 1993, Holotyp, Oberer Buntsandstein, Mittlere Trias, Anisium, Bithynium, Hammelburg, Museum Terra Triassica Euerdorf

Am Höhenzug Saalrangen nordöstlich Euerdorf entdeckte die Sammlergemeinschaft in Gesteinen aus der Zeit der Trias versteinerte Fährten von Dinosaurier-Vorläufern, die heute am Fundort großflächig zu sehen sind und als mittlerweile offiziell ausgewiesenes Geotop zu den 100 schönsten Geotopen von Bayern gerechnet werden.[3]

Saurichthys minimahleri WERNEBURG, KOGAN & SELL, 2014, Holotyp, Oberer Buntsandstein, Mittlere Trias, Anisium, Bithynium, Schwarza, Museum Terra Triassica Euerdorf
Euestheria albertii mahlerselli KOZUR & LEPPER IN KOZUR & WEEMS, 2010, Paratyp, Mittlerer Buntsandstein, Solling-Formation, Thüringer Chirotherien-Sandstein, Mittlere Trias, Anisium, Aegeum, Aura an der Saale, Museum Terra Triassica Euerdorf

Nach Mahler sind folgende Fossilien benannt:

Im Jahr 2021 wurde die Sammlergruppe SMTE, deren Mitglied Mahler ist, mit dem Kulturehrenbrief des Landkreises Bad Kissingen ausgezeichnet.[7]

Neben anderen Beiträgen veröffentlichte Mahler zusammen mit den russischen Paläoentomologen Daniil Sergeevich Aristov (1979–2022), Alexey S. Bashkuev, Alexander Georgijewitsch Ponomarenko und Nina Dmitrijewna Sinitschenkowa über Insekten des Buntsandsteins in Unterfranken. Seine Gruppe arbeitet auch mit auf die Trias spezialisierten Paläontologen wie Léa Grauvogel-Stamm, Jörg W. Schneider, Ralf Werneburg, Gerd Geyer und Klaus-Peter Kelber sowie weiteren russischen Wissenschaftlern vom Paläontologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften wie Elena D. Lukashevich und Dmitri Jewgenjewitsch Schtscherbakow zusammen.

Horst K. Mahler ist Mitglied der deutschen Paläontologischen Gesellschaft.

  • mit J. Sell, M. Henz und B. Neubig: Ceratites (Discoceratites) meissnerianus aus dem mittelfränkischen Oberen Muschelkalk. Geol. Bl. NO-Bayern, 36, Taf. 7, 1986, S. 149–156.
  • mit J. Sell, M. Henz und B. Neubig: Ein Beitrag zur Stratigraphie und Fossilführung der Myophorien-Folge (Trias) im nördlichen Unterfranken. Naturwiss. Jb. Schweinfurt, 8, S. 1–22, 2 Abb., 2 Taf., Schweinfurt 1990.
  • mit H. W. Kozur und J. Sell: Stratigraphic and paleobiogeographic importance of the latest Olenekian and Early Anisian conchostracans of Middle Europe. In: Spencer G. Lucas, M. Morales (Herausgeber): The nonmarine Triassic. New Mexico Museum of Natural History and Science Bulletin, 3, 1993, S. 255–259.
  • mit J. Sell: Die ‚vulgaris/costata‘-Bank. (Oberer Buntsandstein, Mitteltrias) – ein lithostratigraphisch verwertbarer biostratigraphischer Leithorizont mit chronostratigraphischer Bedeutung. In: Hans Hagdorn, Adolf Seilacher (Hrsg.): Muschelkalk. Schöntaler Symposium 1991, Goldschneck, Stuttgart & Korb 1993, 3 Abb., S. 187–192.
  • mit A. Bashkuev, D. Aristov, A. Ponomarenko, N. Sinitshenkova und J. Sell: Insects from the Buntsandstein of Lower Franconia and Thuringia, Palaeontologische Zeitschrift, 86, 2012, S. 175–185.
  • mit J. Sell: Profile im Oberen Buntsandstein (Röt 4-Subformation) von Unterfranken und Südthüringen. In: Naturwissenschaftliches Jahrbuch Schweinfurt, 27, 2015, S. 27–93.
  • mit M. Henz, B. Neubig und J. Sell: Beiträge zur Geologie und Paläontologie des Unteren Muschelkalks von Unterfranken. In: Naturwissenschaftliches Jahrbuch Schweinfurt, 34, 2026, S. 1–80.

Einzelnachweise

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  1. Thomas Billert: Terra Triassica Euerdorf – Eröffnung eines Trias-Museums. In: steinkern.de. 14. Mai 2013, abgerufen am 6. April 2025.
  2. H. Mahler, J. Sell: Die ‚vulgaris/costata‘-Bank (Oberer Buntsandstein, Mitteltrias) – ein lithostratigraphisch verwertbarer biostratigraphischer Leithorizont mit chronostratigraphischer Bedeutung. In: Hans Hagdorn & Adolf Seilacher (Hrsg.): Muschelkalk. Schöntaler Symposium 1991, Goldschneck, Stuttgart & Korb 1993, 3 Abb., S. 187–192.
  3. Saurierfährten Euerdorf. In: lfu.bayern.de. Abgerufen am 6. April 2025.
  4. C. Brauckmann, Th. Schlüter: Neue Insekten aus der Trias von Unter-Franken. In: Geologica et Palaeontologica, 27, 1993, S. 181–199.
  5. H. W. Kozur, R. E. Weems: The biostratigraphic importance of conchostracans in the continental Triassic of the northern hemisphere. In LUCAS, S. G. (ed.): The Triassic Timescale. Geological Society, London, Special Publications, 334, 2010, S. 315–417.
  6. R. Werneburg, I. Kogan, J. Sell: Saurichthys (Pisces): Actinopterygii aus dem Buntsandstein (Trias) des Germanischen Beckens. In: Semana, 29, 2014, S. 3–35.
  7. Kultur in vielen Variationen. In: landkreis-badkissingen.de. 5. Oktober 2021, abgerufen am 6. April 2025.