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Richard Henry Horne

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Richard Henry Horne
Porträt von Margaret Gillies

Richard Henry Horne, auch Richard Hengist Horne, (* 1. Januar 1803 in Edmonton [heute London London Borough of Enfield]; † 13. März 1884 in Margate) war ein englischer Dramatiker, Dichter, Essayist und Schriftsteller.

Horne war der älteste von drei Söhnen des Quartiermeisters James Horne († 16. April 1810) und dessen Frau Maria (geborene Partridge) sowie ein Enkel von Richard Horne, Sekretär des Earls of St. Vincent, in dessen Haus er aufwuchs. Er besuchte zunächst die John Clarkes Schule, die zuvor bereits der Dichter John Keats absolviert hatte. Am 16. April 1819 trat Horne, in der Absicht in die Britische Ostindien-Kompanie einzutreten, in die Kriegsschule in Sandhurst ein, die er jedoch am 24. Dezember 1820 wieder verließ. Nach der Lektüre von Mary Shelleys Gedicht Queen Mab entschloss er sich um 1823 Dichter zu werden.

Kampf für die Mexikanische Unabhängigkeit

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Horne begann jedoch zunächst eine militärische Laufbahn und trat 1825 in die mexikanische Marine ein und heuerte als Midshipman unter Kapitän Thurlow Smith auf der Libertad an, um für die mexikanische Unabhängigkeit zu kämpfen. Während der Seereise kam es an Bord des Schiffes zur Meuterei durch die Besatzung, die dazu führte, dass das Schiff in Brand geriet. Einen Bericht über seine Erlebnisse verfasste er unter dem Pseudonym „M. I. D.“ für den Monthly Repository. Er kämpfte im Zuge der Südamerikanischen Unabhängigkeitskriege in Gefechten zwischen Mexiko und Spanien und nahm an der Bombardierung von Veracruz sowie 1825 an der Einnahme der Festung San Juan de Ulúa teil. Anschließend reiste er in die Vereinigten Staaten, besuchte mehrere Indianerlager und lebte dort für einige Zeit als Abenteurer. Er bereiste unter anderem New York, Niagara Falls, Montreal, Quebec, Neufundland und Nova Scotia.

Literarisches Wirken

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Nach seiner Rückkehr nach England widmete er sich der Literatur. Seine literarische Laufbahn begann Horne im Jahr 1828 mit Hecatompylos, einem Gedichtbeitrag für die neu gegründete Zeitschrift Athenæum. Mit seiner 1833 veröffentlichten Schrift Exposition of the False Medium and Barriers excluding Men of Genius from the public[1] setzte er sich für die Gründung einer Gesellschaft für englische Literatur und Kunst (englisch Society of English Literature and Art) ein:

“for the encouragement and permanent support of men of superior ability in all departments of human genius and knowledge”

„zur Förderung und dauerhaften Unterstützung von Menschen mit herausragenden Fähigkeiten auf allen Gebieten menschlichen Geistes und Wissens“[2]

Horne und veröffentlichte unter dem Titel The Spirit of Peers and People eine Satire auf König Wilhelm IV. und die Gegner der Reformen sowie eine Reihe dramatischer Stücke nach elisabethanischem Vorbild. In den Jahren 1839 bis 1846 stand er mit Elizabeth Barrett Browning in regem Briefkontakt. Um 1841 erhielt er als Mitglied der Kommission zur Untersuchung von Kinderarbeit den Auftrag einen Bericht über die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen im Bergbau und in der Industrie zu erstellen. Dieser Bericht inspirierte Browning zu ihrem Gedicht Cry of the Children (1843). Er publizierte zahlreiche Beiträge für Literaturzeitschriften und war 1836 bis 1837 Herausgeber des Monthly Repository. In der Zeit der Großen Irischen Hungersnot arbeitete Horne als Korrespondent für die Daily News. In der Zeit von September 1844 bis Mai 1847 lebte er vorübergehend in Deutschland.[3]

Im Jahr 1847 heiratete er Catherine Clare St. George Foggo, eine Tochter des Historienmalers James Foggo (1789–1860) oder eines David Foggo. Doch die Ehe scheiterte und Horne steckte in einer Krise, da es ihm schwer fiel seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und er zudem mit seiner Arbeit an der Zeitschrift Household Words von Charles Dickens unzufrieden war.

Aufenthalt in Australien

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Am 15. Juni 1852 verließ Horne daher, angelockt vom großen Reichtum auf den australischen Goldfeldern und der Aussicht auf einen Neuanfang, England und reiste gemeinsam mit William Howitt auf der Kent nach Victoria in Australien und traf im September in Melbourne ein. Hier wurde ihm für einige Zeit das Kommando über die private Goldeskorte zwischen Ballarat und Melbourne erteilt. Als er in Australien einen Herrn namens Hengist traf, änderte er kurzerhand seinen Rufnamen von „Richard Henry“ zu „Richard Hengist“.

1853 wurde er stellvertretender Goldkommissar in Heathcote und Waranga, wurde jedoch im November 1854 wegen Unzuverlässigkeit entlassen. 1855 wurden seine familiäre Bindungen nach England endgültig gekappt, da seine Frau die Trennung beantragt hatte. In Melbourne nahm er nun eine Anstellung als Kanzleigehilfe bei Archibald Michie an und lebte für einige Zeit mit einer jungen Schottin zusammen, mit der er einen Sohn (*/† 1857) hatte. Horne trat im September 1856 erfolglos bei den Wahlen zur Legislativversammlung als Kandidat für den Wahlbezirk Rodney an.[4] Er bekleidete im öffentlichen Dienst von Victoria mehrere Ämter und war als Mitglied der Kommission für Kanalisation und Wasserversorgung an der Planung und Umsetzung des Reservoirs von Yan Yean beteiligt, das rund neunzehn Meilen von Melbourne entfernt liegt und die Stadt mit Trinkwasser versorgt.[2] Um 1860 lebte mit einer Lebensgefährtin in St. Kilda. Horne, der in seiner aktiven Militärzeit bereits einmal knapp einem Haiangriff entkommen war, galt als sehr guter Schwimmer und war Mitgliedt in Captain Kenneys Schwimmanstalt. Er hielt Vorträge in den Mechanics’ Institutes und scheiterte erneut bei dem Versuch ein politisches Amt auszufüllen. Er war einer der Gründer des Weinguts Tahbilk am Goulburn River und lebte in den Jahren 1862 bis 1863 von der finanziellen Unterstützung durch den Royal Literary Fund.

Horne wurde im Juni 1863 Verwalter eines Goldfeldes in den viktorianischen Blue Mountains nahe Trentham und begann wieder zu schreiben. Wenn er sich in Melbourne aufhielt besuchte er den literarischen Salon in Henry Dwights Buchhandlung, wo er sich George Gordon McCrae (1833–1927) und Marcus Clarke anfreundete. 1866 veröffentlichte er anlässlich der Interkolonialen Ausstellung in Melbourne The South Sea Sisters, eine rhythmische Darstellung eines Corroboree der Aborigines. Für die Ankunft Herzog Alfreds von Edinburgh im Oktober 1867 verfasste er als Richard Hengist Horne die Kantate Galatea Secunda.[4]

1869 kehrte Horne an Bord des Segelschiffs The Lady Jocelyn nach England zurück und veröffentlichte anschließend sein auf der Seereise verfasstes Tagebuch unter dem Titel The Lady Jocelyn’s Weekly Mail. Horne erhielt ab 1874 eine Zivillistenpension (Ehrensold aus der Zivilliste) in Höhe von jährlich 50 Pfund, durch Lord Beaconsfield 1880 aufgestockt auf 100 Pfund. Im Jahr 1877 stellte er seine Korrespondenzen mit Elizabeth Barrett Browning zusammen und veröffentlichte sie.[5] Horne schrieb weiterhin Verse und Prosa, die überwiegend in Zeitschriften veröffentlicht wurden. So erschien beispielsweise The Tragic Story of Emilia Daràna, Marchioness of Albarozzi im November 1874 im Harper’s Magazine oder The Countess von Labanoff, or the Three Lovers; a Novelette 1877 im New Quarterly Magazine. Horne wurde am 18. März 1884 in Margate beigesetzt und hinterließ zahlreiche unveröffentlichte Theaterstücke, Gedichte und Romane. Eines dieser umfangreichen Gedichte, das er selbst als sein bedeutendstes Werk angesehen hatte, trug den Titel Ancient Idols, or the Fall of the Gods. Er hatte Harry Buxton Forman zum Nachlassverwalter bestimmt, der bereits 1872 Hornes Gedicht The Great Peace-maker; a Submarine Dialogue (Household Words vom 14. Juni 1851), das er anlässlich der Verlegung des Unterseekabels zwischen Calais und Dover gedichtet hatte, nachgedruckt hatte.[2]

Schriften (Auswahl)

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Horne verfasste Dramen, Epen und Novellen sowie Werke zur Geschichtsschreibung.

  • Spirit of Peers and People. A National Tragicomedy. 1834 (archive.org).
  • The Russian Catechism, with Explanatory Notes. Um 1837 (Flugschrift).
  • History of Napoleon. 2 Bände, 1841.
  • Orion, an Epic Poem, in ten Books. 1843 (episches Gedicht, die ersten drei Ausgaben wurde zum Preis von einem Farthing [1/4 Penny] verkauft, um so für eine schnelle Verbreitung zu sorgen. 1843 gab es bereits sechs Auflagen).
  • Ballads and Romances. 1846 (Sammelband).
  • The poor artist, or seven eyesights and one object. John Van Voorst, London 1849 (archive.org).
  • The dreamer and the worker. 1851.
  • Australian Facts and Prospects, to which is prefixed the Author’s Australian Autobiography. Smith, Elder & Co., London 1859 (enthält unter anderem eine Rede, die er anlässlich des fortgeschrittenen Bauzustands der Yan-Yean-Werke gehalten hatte).
  • Samuel Ralph Townshend Mayer (Hrsg.): Letters of Elizabeth Barrett Browning, addressed to Richard Hengist Horne. 2 Bände, Bentley, London 1877 (archive.org, archive.org).

Kindergeschichten

  • The good-natured bear. 1846 (Erzählung).
  • Adventures of a London doll. 1850 (Mit Texten von Mrs. Fairstar).

Tragödien

  • Cosmo de’ Medici. 1837 (Tragödie, 1875 in erweiterter Neuausgabe erschienen, archive.org, Auflage 1879).
  • The Death of Marlowe. Samuel French, London 1838 (Einakter, mehrere Neuauflagen, archive.org, Auflage 1870).
  • Gregory VII: A tragedy. 1840 (inklusive Essay on Tragic Influence).
  • Judas Ischariot: a miracle play in two acts with other poems. 1848 (Tragödie in zwei Akten).
  • Alargis. 1856.
  • Laura Dibalzo. 1880 (Tragödie).

Mitarbeit

  • John Black: A course of Lectures on Dramatic Art and Literature. 1840 (Einleitung zur Übersetzung von August Wilhelm von Schlegels Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur).
  • Poems of Geoffrey Chaucer Modernised. 1841 (Einleitung und drei der Gedichte).

Herausgeber

  • Monthly Repository. (Juli 1836 – Juni 1837).
  • Mit Robert Bell, Elizabeth Barrett Browning: Spirits of the Age. oder A New Spirit of the Age 2 Bände 1844 (Literarische Essays, teilweise mit eigenen Beiträgen zu führenden zeitgenössischen Persönlichkeiten).
  • Philip Mennell: Horne, Richard Henry, or Hengist. In: The Dictionary of Australasian Biography. Comprising Notices of Eminent Colonists From the Inauguration of Responsible Government Down to the Present Time. Hutchinson & Co., London 1892 (Volltext [Wikisource]).
  • Horne (spr. horn), Richard Hengist, engl. Dichter und Essayist. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 725–726.
  • Arthur Henry Bullen: Horne, Richard Henry. In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography. Band 27: Hindmarsh – Hovenden. MacMillan & Co., Smith, Elder & Co., New York City / London 1891, S. 358–359 (englisch, Volltext [Wikisource]).
  • Horne, Richard Henry. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 13: Harmony – Hurstmonceaux. London 1910, S. 709 (englisch, Volltext [Wikisource]).
  • Eri Jay Shumaker: A concise bibliography of the complete works of Richard Henry (Hengist) Horne (1802-1884). Granville Times Press, Granville, O. 1943 (englisch, babel.hathitrust.org).
  • Cyril Pearl: Always morning; the life of Richard Henry “Orion” Horne. F. W. Cheshire, Melbourne 1960 (englisch).
  • Ann Blainey: Richard Henry Horne (1802–1884). In: Australian Dictionary of Biography. Band 4, 1972 (englisch, adb.anu.edu.au).
Commons: Richard Henry Horne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Richard Henry Horne – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise

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  1. Richard H. Horne: Exposition of the False Medium and Barriers Excluding Men of Genius from the public. E. Wilson, London 1833 (englisch, archive.org).
  2. 1 2 3 Arthur Henry Bullen: Horne, Richard Henry. In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography. Band 27: Hindmarsh – Hovenden. MacMillan & Co., Smith, Elder & Co., New York City / London 1891, S. 358–359 (englisch, Volltext [Wikisource]).
  3. Eri Jay Shumaker: A concise bibliography of the complete works of Richard Henry (Hengist) Horne (1802-1884). Granville Times Press, Granville, O. 1943 (englisch, babel.hathitrust.org).
  4. 1 2 Ann Blainey: Richard Henry Horne (1802–1884). In: Australian Dictionary of Biography. Band 4, 1972 (englisch, adb.anu.edu.au).
  5. Philip Mennell: Horne, Richard Henry, or Hengist. In: The Dictionary of Australasian Biography. Comprising Notices of Eminent Colonists From the Inauguration of Responsible Government Down to the Present Time. Hutchinson & Co., London 1892 (Volltext [Wikisource]).