Der Musterschüler
US-Schüler schließt Teufelspakt mit einem alten Nazi. Psychodrama nach Stephen King.
Originaltitel
Apt Pupil
Regie
Dauer
111 Min.
Kinostart
24.06.1999
Genre
FSK
16
Produktionsland
Cast & Crew
Kurt Dussander
Todd Bowden
Archie
Bruce Davison
Richard Bowden
Joe Morton
Dan Richler
Edward French
Redaktionskritik
Ein Junge entdeckt, daß sein netter Nachbar der Chef eines Nazi-KZs war – und erliegt dessen Charisma
Eine Stephen-King-Verfilmung ist wie eine Wundertüte: Man weiß nie, was einen erwartet. Ob brillanter Schocker ("Misery"), eleganter Thriller ("Die Verurteilten") oder doch nur Tinnef – alles ist drin.<p>
Daß Bryan Singer hier Regie führte, läßt auf ein neues Schmuckstück hoffen – immerhin lieferte er 1995 mit "Die üblichen Verdächtigen" einen meisterhaften Krimi ab. Da hatte er vom größten Trick des Teufels erzählt, der die Menschen glauben läßt, er existiere gar nicht; hier bekommt das Böse ein Gesicht. Es gehört Kurt Dussander, einem Nazi-Massenmörder, der in einer US-Kleinstadt untergetaucht ist und 40 Jahre nach dem Krieg vom Nachbarjungen Todd enttarnt wird. Der Teenager erpreßt den Alten, ihm von seinen Greueltaten im Konzentrationslager zu berichten, und – schwupps! – da hat er sich auch schon bei dem durchaus charismatischen Verführer infiziert. Erst versagt der Musterschüler aus gutem Hau-se im Bett, dann klappt’s auch
in der Schule nicht mehr, schließlich wird er selbst zum Killer.<p>
Statt auf Zwischentöne zu setzen oder die Ungeheuerlichkeit hinter der harmlosen Fassade auszuloten, setzt der Film allzu bereitwillig auf Klischees: Plötzlich findet auch Dussander wieder Geschmack an der Ideologie seiner Jugend, vergast Katzen, bringt Penner um. So endet diese Reise in die Finsternis in der Sackgasse.<p><i>Annette Kilzer</i><p><b>Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie "Das zweite Gesicht" und "Music Box" mochten.</b>