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elexiko
Vogeldreck
Lesartenübergreifende Angaben

 Orthografie

Normgerechte Schreibung:Vogeldreck 
Worttrennung:Vo|gel|dreck

 Grammatik- und Kookkurrenzprofil

Grammatische Angaben:verbformen.de
Kookurrenzprofil:suche ...

  Verteilung im elexiko-Korpus

Zahl der Quellen:12(von 31)
Zahl der Jahrgänge:14(von 63)
Frequenzschicht:IV(51–100 mal belegt)

 Belege (automatisch ausgewählt)

Schriftsprachlich aus dem elexiko-Korpus:
Mit allen Dreien war es so, dass ihre Namen nichts mit ihrem Verhalten zu tun hatten, und das Brot des Bäckers roch keineswegs nach Kanalisation. Verglichen mit den Juden, denen seinerzeit in der Donaumonarchie von antisemitischen Beamten neue Namen verpasst worden waren, sind der Kanal, der Hui und der Killer noch gut davongekommen. In Salcia Landmanns berühmten Büchern über die jüdischen Witze findet man Dutzende solcher Beispiele. Da gibt es den Moses Vogeldreck, den Samuel Fleckseif, den David Nachtlicht, den Itzak Wasserstrahl, die Sara Flaschenzug, den Isidor Hirschkuh, den Ephraim Stinkfuss, den Abraham Krautsalat, den Jankl Bruchband und den Jossele Steinpilz. Nur wer die Beamten tüchtig genug schmierte, hatte die Chance, einen eleganteren Namen zu erhalten wie Rubinstein, Diamant oder Rosenzweig. (A01/JUL.17494 St. Galler Tagblatt, [Tageszeitung], 17.07.2001, Jg. 57. - Originalressort: AT-APP (Abk.); Ein Ort, wo man willkommen ist, [Bericht])
Ebenfalls nervtötend gebärdet sich das Heer der ganz anders gearteten Saatkrähen, die in der Dürerstraße und am Paul-Martin-Ufer in Neuostheim in großer Gemeinschaft für Krakeel sorgen. Rund 160 Nester hat der Naturschutzbeauftragte in der Krähenkolonie gezählt, Bezirksbeiräte auf Spurensuche orteten sogar noch mehr Brutbauten. Die Beschwerden über den Heidenlärm der Spezies, die trotz des brüchigen Geschreis ornithologisch zu Singvögeln geadelt werden, nehmen ständig zu. Zu dem Radau kommt der Vogeldreck: Auf jedem Autodach ein Klacks, jeder Balkon gezeichnet - viele wünschen die "Black-Power" zum Teufel, gerade jetzt, wo die Brutzeit alle Aktivitäten beflügelt. Doch die Chancen auf eine Vertreibung stehen nicht günstig. (M07/MAR.22110 Mannheimer Morgen, 30.03.2007, Ressort: Mannheim; Nerven-Hickhack mit scharfem Schnabel)
Einzige Lösung: Man bastle sich Dädalusflügel aus Buchseiten (wozu sollen Bücher sonst gut sein), lasse das Reich alles Geschriebenen explodieren und erhebe sich vogelgleich darüber. Man hat - so wird spätestens hier deutlich - der zweiten Geburt des Poeten als Phönix aus der Asche beigewohnt. Von den Vögeln als ihresgleichen erkannt und in einen turmartigen Käfig gesperrt, findet der Poet endlich sein Buch. Unscheinbar liegt es im Vogeldreck neben dem Futternapf und hat nur auf unseren Helden gewartet, der "grosse Lust hat, es zu lesen". Man atmet erleichtert auf, dass der Spassvogel zum Schluss eingekerkert wird und klappt das Buch schnell zu, bevor er zu weitern geistigen und humoresken "Höhenflügen" abheben kann. (E97/SEP.21219 Züricher Tagesanzeiger, [Tageszeitung], 02.09.1997, Nr. 36, S. 77. - Sachgebiet: Kultur, Originalressort: Kultur; V: Dante, Petrarca, Gion Mathias Cavelty und Co., [Bericht])