Beachtlich
"Eine Leiche zum Dessert" von Robert Moore. In einem einsamen Landhaus geben sich die berühmtesten Detektive der Kriminalliteratur ein vergnügliches Stelldichein: der tough guy Sam Diamond alias Sam Spade (Peter Falk) ebenso wie die schrullige Miß Marbles alias Miß Marple (Elsa Lanchester), dazu der eitle Belgier Milo Perrier alias Hercule Poirot (James Coco), der soignierte Playboy-Detektiv Nick Charleston alias Der dünne Mann (David Niven) und natürlich auch das schlitzohrige Schlitzauge Sidney Wang alias Charlie Chan (Peter Sellers). Als Zeremonienmeister dieser parodistisch-ironischen Affäre bemühte man Truman Capote, der etwas mühsam schauspielert, und noch der Part des blinden Butlers ist mit Alec Guinness besetzt. Bei so viel Prominenz stellt sich, ähnlich wie bei Sidney Lumets "Mord im Orientexpreß", eine gewisse Unterhaltsamkeit ganz von selbst her. Das Drehbuch des Boulevard-Königs Neil Simon verschafft den teuren Solisten etliche effektvolle Auftritte. Hans C. Blumenberg