Von den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland haben es bisher nur drei geschafft, ihren Namen unlösbar mit einer einzigen großen, historischen Leistung zu verbinden: Konrad Adenauer mit der festen Verankerung der Bundesrepublik im Westen, Willy Brandt mit dem Abschluss der Ostverträge und Helmut Kohl mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Dem Bundeskanzler der Jahre 1974 bis 1982, Helmut Schmidt, war es nicht vergönnt, seinen Namen auf derart knappe und einprägsame Weise in das Buch der Geschichte einzutragen. Dennoch gilt er zu Recht als einer der großen Regierungschefs der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er steuerte die Bundesrepublik sicher durch eine weltwirtschaftliche Krisenperiode, bot dem mörderischen Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion die Stirn, verhinderte eine Änderung der militärischen Kräfteverhältnisse zulasten des Westens und zugunsten der Sowjetunion und gab zusammen mit dem französischen Staatspräsidenten Giscard d’Estaing dem westeuropäischen Einigungsprozess wichtige neue Impulse.