Fritz Lazarus
Fritz Lazarus (* 5. Juni 1903 in Lübtheen; † 11. Mai 1980) war ein deutscher Architekt.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sohn eines gelernten Maurers und Kaufmanns studierte nach dem Abitur von 1922 bis 1923 Architektur an der Technischen Hochschule Dresden und von 1923 bis 1927 an der Technischen Hochschule zu Berlin, unter anderem bei Hans Poelzig. In Dresden war Rudolf Hamburger einer seiner Kommilitonen.[1] Seit Ende der 1920er Jahre war Lazarus Mitglied der „Gruppe Junger Architekten (G.I.A.), die bei ihren regelmäßigen Zusammenkünften kritisch über die Entwicklung der Architektur in Deutschland diskutierte.
1927/1928 war Lazarus als Architekt in Berlin am Umbau des Hauses Vaterland beteiligt. 1928/1929 war er als Angestellter Stadtplaner in Hagen, und 1930/1931 arbeitete er im Büro Büning & Salvisberg in Berlin. Das Unternehmen plante damals u. a. die Berliner Siedlung Weiße Stadt.
Von 1931 bis 1933 war Lazarus in Mecklenburg als selbständiger Architekt tätig. 1933 wurde er Leiter des Baubüros der Adler & Oppenheimer AG in Berlin. Das Unternehmen wurde vom NS-Staat „arisiert“. Lazarus galt nach der faschistischen Ideologie als „Halbjude“. 1937 wurde ihm die für eine selbständige Tätigkeit als Architekt erforderliche Mitgliedschaft in der Reichskammer der Bildenden Künste verweigert.
1940 wurde Lazarus zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Zweiten Weltkrieg teil und war bis 1945 in Kriegsgefangenschaft.
Danach arbeitete er in Berlin wieder bei Adler & Oppenheimer. 1947 ging er nach Dresden. Dort war er Leiter der Bauabteilung des VEB Lederherstellung Dresden, wobei er u. a. 1947/1948 das Kulturhaus der VEB Lederwerke Neustadt-Glewe und 1949/1950 das Verwaltungsgebäude der VVB (Z) Lederherstellung Dresden in der Dresdner Stübelalle projektierte. Die Betriebe hatten zu Adler & Oppenheimer gehört und waren in der Sowjetischen Besatzungszone in Volkseigentum überführt worden.
Von 1951 bis 1960 war Lazarus Fachgruppenleiter im neu gebildeten Entwurfsbüros für Hochbau des VEB (Z) Projektierung Sachsen. Von diesem Betrieb wurde eine Vielzahl von Industriebauten geplant.[2] Lazarus war auch an den Planungen für den Wiederaufbau des Dresdner Stadtzentrums beteiligt und projektierte u. a. von 1955 bis 1957 mit Martin Hösch das Studentenwohnheim und die Mensa der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“. 1956/1957 arbeitete er im Rahmen der Aufbauhilfe der DDR für Nordkorea in der Deutschen Arbeitsgruppe Hamhŭng. In Hamhung projektierte er u. a. ein Wohnheim.
Von 1960 bis 1963 leitete Lazarus die Aufbaustäbe von Hoyerswerda und Schwedt. In Hoyerswerda war Rudolf Hamburger sein Stellvertreter. Von 1963 bis 1967 war Lazarus Mitarbeiter des Instituts für Ausbautechnik der TU Dresden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas Topfstedt: Fritz Lazarus. In: Dietrich Fürst (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biographischer Daten. IRS, Erkner, 2000. ISBN 978-3-934669-00-0. S. 1404
- Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933. Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 2005; ISBN 3-496-01326-5, S. 300
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Rudolf Hamburger: 10 Jahre Lager. Siedler, München, 2013; o. S.
- ↑ Dein Browser wird geprüft! Abgerufen am 20. Juli 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lazarus, Fritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 5. Juni 1903 |
| GEBURTSORT | Lübtheen |
| STERBEDATUM | 11. Mai 1980 |