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Genoveva von Paris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die hl. Genoveva (Gemälde aus dem 16. Jahrhundert)
Statue der hl. Genoveva in der Pfarrkirche Saint-Étienne-du-Mont

Genoveva von Paris, auch in der Schreibweise Genovefa, französisch Geneviève, (* um 422 in Nanterre; † um 502 in Paris) war eine geweihte Jungfrau und Heilige. Sie ist die Schutzpatronin von Paris.

Leben Genovevas, Jungfrau von Paris und Gallien

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Bereits als junges Mädchen legte Genoveva ein Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ab. Zu Hause lebte sie sehr asketisch und widmete sich dem Gebet und der Meditation. Nach dem Tode ihrer Eltern ging sie nach Paris und lebte im Dienst an Armen und Kranken. Der Überlieferung nach soll sie von ihrem 15. bis zum 50. Lebensjahr nur zweimal wöchentlich Speise und Trank zu sich genommen haben. Die Schrift Vita Genovefae virginis Parisiensis eines unbekannten Autors über das Leben der hl. Genoveva wird um das Jahr 520 datiert, also nur etwa 18 Jahre nach ihrem Tode. Neben der Schilderung ihrer asketischen Lebensweise, vor allem des Gebets und des Fastens, rühmt der Autor ihre vielen geistlichen Tugenden.[1]

Laut Vita Genovefae sagte Genoveva voraus, dass Attila sich auf seinem Kriegszug über Gallien Richtung Paris bewegte. Die verängstigten Bewohner der Stadt Paris hielt sie dazu an, vor Ort zu bleiben, und nicht nach sichereren Städten zu suchen. Genoveva wies Matronen (wichtige, sozial angesehene Frauen) an, mit ihr über mehrere Tage zu beten und zu fasten. Männer, die die Stadt mit ihrem Gut dennoch verlassen wollten, überzeugte sie ebenfalls zu bleiben, denn das Umland wurde von den Hunnen verwüstet. Paris aber blieb verschont.[2]

Zur selben Zeit organisierten die Einwohner der Stadt einen Aufstand. Sie bezeichneten Genovefa als falschen Propheten und wollten sie steinigen. Der Bischof von Auxerre appellierte an die Menschenmenge, dass Genoveva, wie Germanius es bereits sagte, schon im Mutterleib von Gott auserwählt worden war. Die Menschen verstanden, dass sie ein tatsächlicher Diener Gottes war und unterließen ihr Vorhaben.[3]

460 ließ Genoveva über den Gräbern der beiden Heiligen Dionysius von Paris und Eleutherus eine Kirche errichten, wofür König Dagobert I. († 639) später die Abtei Saint-Denis stiftete.

Ihre Beteiligung an der Bekehrung von König Chlodwig I. († 511) ist anhand von Quellen nicht nachweisbar, im Bekehrungsbericht wird sie ebenfalls nicht erwähnt.

Genoveva wurde in der Apostelkirche in Paris begraben, bei der sich ein Kloster entwickelte, das, so wie die im 12. Jahrhundert neu errichtete Kirche der heiligen Genoveva geweiht wurde. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert abermals durch einen größeren Bau ersetzt, den wir heute unter der Bezeichnung Panthéon kennen. Die wenigen erhaltenen Teile des Klosters sind im Lycée Henri IV neben dem Panthéon zu sehen. In der Zeit der Französischen Revolution 1793 wurden ihre Gebeine öffentlich verbrannt. Ein neuer Reliquienschrein befindet sich in der Pfarrkirche Saint-Étienne-du-Mont an der Place Sainte-Geneviève in Paris.

Der Gedenktag der hl. Genoveva in der Liturgie der katholischen Kirche ist der 3. Januar. Jährlich ruft die identitäre Gruppe Paris Fierte zu dieser Zeit zu einem Fackelmarsch zur Würdigung der Schutzpatronin auf.[4] Ihre ikonographischen Heiligenattribute sind Kerze, Engel und Teufel, kelchartiges Gefäß und die Schlüssel von Paris.

  • Martin Heinzelmann, Joseph-Claude Poulin: Les vies anciennes de sainte Geneviève de Paris. Champion-Slatkin, Paris 1986, ISBN 2-05-100712-8.
  • L. Schütz: Genoveva von Paris. In: Lexikon der Christlichen Ikonographie – Ikonographie der Heiligen. Band 6: Crescentianus von Tunis bis Innocentia. Herder, Freiburg 1974, ISBN 3-451-22568-9, Sp. 361–365.
  • Gönna Hartmann-Petersen: Genovefa von Paris – Person, Verehrung und Rezeption einer Heiligen des Frankenreiches (= Kieler Theologische Reihe. Bd. 4). LIT, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8258-9966-0 (Zugl.: Kiel, Univ., Diss., 2005).
Commons: Genoveva von Paris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Susanne Wittern: Frauen, Heiligkeit und Macht – lateinische Frauenviten aus dem 4. bis 7. Jahrhundert. Metzler, Stuttgart/Weimar 1994, ISBN 3-476-00951-3, S. 63 (Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diss., 1991).
  2. Villanova University Falvey Memorial Library: Acta Sanctorum. S. 138143 (archive.org [abgerufen am 20. Mai 2026]).
  3. Villanova University Falvey Memorial Library: Acta Sanctorum. S. 138143 (archive.org [abgerufen am 20. Mai 2026]).
  4. ORF at/Agenturen red: Mehr als 500 Rechtsextreme bei Fackelmarsch in Paris. 14. Januar 2024, abgerufen am 20. Januar 2025.