St. Peter und Paul (Blaubeuren)

Die evangelische Stadtkirche St. Peter und Paul steht in Blaubeuren, einer Stadt im Alb-Donau-Kreis von Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2025 zum Kirchenbezirk Blaubeuren und gehört seit 1. Januar 2026 zum Kirchenbezirk Ulm/Alb-Donau der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.
Architektur und Ausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits 1182 wurde erstmals eine Kirche erwähnt. Die Saalkirche wurde als einschiffige Kirche im gotischen Stil vor 1343 erbaut und war ursprünglich der Jungfrau Maria geweiht. Mit der Reformation wurde die Kirche evangelische Pfarrkirche.
Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor mit vier Jochen im Osten, der von Strebepfeilern gestützt wird, wurde um 1495 von dem Blaubeurer Baumeister Horath erbaut und 1497 von Daniel Schüchlin ausgemalt. Die Kreuzungspunkte sind mit floralen Mustern geschmückt. Die Schlusssteine im Chorgewölbe sind zu Porträts verschiedener Heiliger und Märtyrer ausgearbeitet, u. a. Christus, Petrus und Paulus.
Der Chorflankenturm auf quadratischem Grundriss, dem 1495 zwei achteckige Geschosse aufgesetzt wurden, beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl. Bedeckt wurde der Chorflankenturm in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit einer Welschen Haube und erreicht seitdem eine Höhe von 38 Metern.
Der Anbau im Westen ist geprägt durch eine Fassade, die mit einem Staffelgiebel bedeckt ist.
Der Innenraum des Chors ist mit einem Netzgewölbe überspannt, das auf Konsolen lagert. Die Wandmalereien im Langhaus zeigen unter anderem eine Schutzmantelmadonna. Im Kirchenschiff sind noch gotische Fresken erhalten, darunter ein Kreuzigungsbild an der Südseite.
Die Westempore ist mit Tafelbildern des Ulmer Malers Sixt Kummer aus dem Jahr 1683 verblendet, die barocke Psalmenallegorien zeigen.[1]
In der Stadtkirche ist der Reformator Matthäus Alber begraben, der 1570 in Blaubeuren starb.
Neubronner Altar
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Chor steht ein Flügelaltar der Ulmer Schule aus dem 15. Jahrhundert, der sog. Neubronner Altar. Die Flügel datieren nach 1498 aus der Schule von Bartholomäus Zeitblom, die Mitteltafel um 1530 aus der Werkstatt Jörg Stocker. Die Mitteltafel war ursprünglich ein Epitaph für die Familie Neubronner.
Die Altarflügel zeigen links die Geburt Jesu und rechts den Tod Mariens im Kreise der Apostel. Während die beiden Flügel noch ganz im Stil der Gotik gemalt sind, zeigen sich beim Mittelteil erste Einflüsse der Renaissance – etwa bei der perspektivischen Darstellung der Landschaft im Hintergrund.[1]
Orgel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Orgel mit 30 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1966 als Opus 889 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link errichtet.[2][3]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen. Deutscher Kunstverlag, München 1997, S. 106.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 SQRIBE - die neue Art Städte zu erkunden: St. Peter und Paul - Blaubeuren. 26. März 2023, abgerufen am 11. Juni 2026.
- ↑ Information zur Orgel auf orgbase.nl, abgerufen am 3. Oktober 2023
- ↑ Blaubeuren, Peter und Paul – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Archiviert vom am 30. April 2025; abgerufen am 11. Juni 2026.
Koordinaten: 48° 24′ 43,2″ N, 9° 47′ 7″ O