Was haben Schach und Tischkickern gemeinsam? Mehr, als man denkt und Linh Tran weiß das besser als die meisten. Als Deutsche Vizemeisterin U16 mit einer Elo über 2100 verbrachte sie fast ein Jahrzehnt am Schachbrett, bevor sie die 64 Felder gegen den Kickertisch tauschte. Was folgte, ist eine der bemerkenswertesten Sportkarrieren, die Deutschland in den letzten Jahren hervorgebracht hat: fünf Weltmeistertitel im Tischfußball, ein Profiweg, den es so noch nie gab und eine Stimme, die im Gespräch über Frauen im Sport nicht mehr wegzudenken ist.
Genau diese Stimme ist am 17. Juli beim Schachgipfel 2026 in Dresden zu erleben. Die Abschlusskonferenz Mädchen- und Frauenschach (17.–19. Juli, JOYNEXT Arena: jetzt anmelden) bildet den Höhepunkt des gemeinsamen Projekts vom Deutschen Schachbund und Deutscher Schachjugend zur Förderung von Mädchen und Frauen im Schach. Den Auftakt macht eine Podiumsdiskussion mit vier Persönlichkeiten, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: Neben Linh Tran diskutieren Bundesligaspielerin WFM Sarah Hund, Podcasterin und Kommentatorin WCM Katharina Reinecke sowie DSB-Vizepräsident Jannik Kiesel darüber, wie es gelingt, mehr Mädchen und Frauen dauerhaft für den Schachsport zu begeistern. Vorgestellt werden außerdem die Ergebnisse des seit 2025 laufenden Projekts sowie konkrete Maßnahmen für die Zukunft.
Als Frau, die beide Welten kennt und die aus eigener Erfahrung weiß, warum Mädchen aufhören und was sie zum Bleiben bringen könnte, bringt Linh Tran eine wertvolle Außenperspektive mit. Wir haben vorab mit ihr gesprochen: über Wettkampfpsychologie, Role Models, männerdominierte Spielräume und die Frage, was der Deutsche Schachbund von der Kickerwelt lernen kann. (fe)