Christoph Halbig
Christoph Halbig (* 1972 in Menden) ist ein deutscher Philosoph und Ordinarius für Philosophie der Universität Zürich (UZH Philosophisches Seminar).[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christoph Halbig studierte von 1992 bis 1997 an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster Klassische Philologie, Philosophie und katholische Theologie und schloss 1999 mit der Promotionsschrift Erkenntnistheorie und Philosophy of Mind in Hegels System ab.[1]
Nach Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Fellow in der University of Oxford wurde er im Jahr 2005 in Münster mit der Schrift Praktische Gründe und die Realität der Moral habilitiert.[1]
Nach Lehrstuhlvertretungen (Humboldt-Universität zu Berlin, Friedrich Schiller-Universität Jena) übernahm er von 2006 an den Lehrstuhl Praktische Philosophie an der Friedrich Schiller-Universität Jena, von 2010 an den Lehrstuhl an der Justus-Liebig-Universität Gießen, von 2014 an den Lehrstuhl für praktische Philosophie an der Universität Konstanz für Grundlagen der Ethik und der angewandten Ethik, arbeitete ab 2014 als Ordinarius und Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Ethik an der Universität Zürich und übernahm ab 2025 zusätzlich den Seminarvorstand des Philosophischen Seminars.[1]
Forschungsschwerpunkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christoph Halbigs Arbeitsschwerpunkte sind Metaethik, Normative Ethik (besonders Tugendethik), Geschichte der Ethik, Handlungstheorie, Axiologie, theoretische und praktische Philosophie des deutschen Idealismus und dessen Rezeption in der Gegenwart.[1]
Im Bereich Metaethik untersucht er, wie moralische Urteile aussehen und begründet werden und inwiefern sie als wahr und verpflichtend gelten können.[1]
Im Bereich der normativen Ethik werden moralische Grundlagen diskutiert, die gültige Antworten zum Handeln und der Art des Lebens geben sollen und wie sie mit den Wertvorstellungen für ein gutes Leben zusammenhängen.[1]
Im Bereich der Tugendethik geht es um Definitionen und den zugehörigen Werten, die ein bestimmtes Verhalten nahelegen und den Versuch, diese empirisch zu untermauern, so dass sie als dauerhaft lohnenswerte Charakterzüge einer Person gelten können, die sich diese aneignet.[1]
Der Bereich der Geschichte umfasst die Zeiten von der Antike über die klassische deutsche Philosophie und schließt den Intuitionismus mit ein.[1]
Positionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Halbig vertritt, unter anderem, einen moralischen, zwar als überholt geltenden Realismus, bezieht aber fast alle in den letzten Jahrzehnten vertretenen meta-ethischen Positionen mit ein und wird deshalb von der akademischen Welt geschätzt.[2]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1999: Bewertung der Promotionsschrift mit summa cum laude[1]
- 2006: Heisenberg-Stipendium durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für herausragende Wissenschaftler[3]
- 2007: Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für die gesamte bisherige wissenschaftliche Arbeit durch die Commerzbank-Stiftung[4]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bücher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Moralische Verantwortung: Grundlagentexte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-5183-0001-5.
- Theodizee. Walter de Gruyter GmbH, Berlin 2025, ISBN 978-3-1191-4793-4.
- Zusammen mit Timmermann, F. U.: Handbuch Tugend und Tugendethik. Springer VS, Wiesbaden 2021, DOI:10.1007/978-3-658-24466-8.
- Zusammen mit Muders, S., Schwind, P., & Timmermann, F. U.: Special Topic : Fundamental Goodness and Badness. Vol. 97(3), Brill, Berlin 2020, Print: ISSN 0165-9227.
- Der Begriff der Tugend und die Grenzen der Tugendethik (Vol. 2081). Suhrkamp Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-5182-9681-3.
- Zusammen mit Vieth, A. und Kallhoff, A.: Ethik und die Möglichkeit einer guten Welt : eine Kontroverse um die Konkrete Ethik. (Vol. 4), Walter de De Gruyter GmbH, Berlin 2008, DOI:10.1515/9783110202717.
- Objektives Denken. Erkenntnistheorie und Philosophy of Mind in Hegels System. (Vol. 48), Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstadt 2002, ISBN 978-3-7728-2203-2.
Zeitschriftenartikel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ethical theory or material ethics of value - which kind of theory (if any) for an ethics of lived experience? In: Zeitschrift für Ethik und Moralphilosophie, 8, 2025, S. 321–334. DOI:10.1007/s42048-025-00231-7.
- Individualität und Selbstbewertung. Kommentar zu Martin Hoffmanns Menschliche Individualität. In: Zeitschrift für philosophische Forschung, 76, 2022, S. 565–569. DOI:10.3196/004433022836164950.
- Zusammen mit Friedrich, L.: Interview: Christoph Halbig : Worauf es wirklich ankommt, liegt in unserer Hand. In: Philosophie Magazin, 2021, S. 67–70.
- The place of subjectivity : on the metaethics of prudential value. In: Grazer Philosophische Studien, 97, 2020, S. 353–373. DOI:10.1163/18756735-000104.
- Varieties of Nature in Hegel and McDowell. In: European Journal of Philosophy, 14, 2006, S. 222–241. DOI:10.1111/j.1468-0378.2006.00223.x.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Christoph Halbig. Universität Zürich, Philosophisches Seminar, 2023, abgerufen am 14. Juni 2026.
- ↑ Preisträger – Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 2026, abgerufen am 14. Juni 2026.
- ↑ Christoph Halbig | frommann-holzboog. frommann-holzboog Verlag e.K., 2026, abgerufen am 14. Juni 2026.
- ↑ Corinna Schutzeichel: Professor Christoph Halbig aus Menden ausgezeichnet. Funke Mediengruppe, 14. Dezember 2007, abgerufen am 14. Juni 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Halbig, Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 1972 |
| GEBURTSORT | Menden |