Dreiklang (1938)
| Film | |
| Titel | Dreiklang |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1938 |
| Länge | 97 Minuten |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Hans Hinrich |
| Drehbuch |
nach einer Idee von |
| Produktion | Georg Witt (Herstellungsgruppe Krüger-Ulrich) |
| Musik | Kurt Schröder |
| Kamera | Werner Krien |
| Schnitt | Paul May |
| Besetzung | |
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Dreiklang ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 1938, das unter der Regie von Hans Hinrich entstand. Die Handlung basiert auf der Novelle Erste Liebe von Iwan Sergejewitsch Turgenew und der Erzählung Der Schuss von Alexander Sergejewitsch Puschkin. Die Hauptrollen verkörperten Lil Dagover, Paul Hartmann und Rolf Moebius.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Klausenburg ist vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs eine verschlafene Residenz- und Garnisonsstadt. Ulrich von Möller, der dort bei seinem Vater Hauptmann a. D. Albert von Möller lebt, hat gerade sein Abitur bestanden. Ulrich ist im Gegensatz zu seinem Vater musikalisch sehr begabt und spielt Geige. Vater von Möller hingegen ist der modernen Technik zugetan und interessiert sich insbesondere für die angehende Luftfahrt, die für ihn auch einen hohen Stellenwert in Bezug für die zukünftige Kriegsführung hätte. Da er mit diesen Ansichten während des aktiven Dienst bei seinen Vorgesetzten nicht vordringen konnte, nahm er den Abschied vom Militär.
Cornelia Contarini, eine ehemalige Revuetänzerin, ist kürzlich in die Stadt übergesiedelt und hat in Klausenburg eine Wohnung bezogen. Cornelia wird manchmal von depressiven Stimmungen heimgesucht, die in ihrer Vergangenheit begründet sind. Dr. Sitthard, ihr Arzt und guter Bekannter, lädt sie zu einem Ball im Kaisersaal ein, damit sie auf andere Gedanken kommt. Am Abend spielt sie Klavier und Ulrich von Möller hört auf der Straße gebannt zu. Er ist durch das Spiel von Cornelia sehr berührt und verliebt sich auf der Stelle in sie. Am nächsten Tag lernt auch Albert von Möller, der den Ball ohne seinen Sohn besucht, Cornelia kennen. Auch er verliebt sich in sie, obwohl Bankier Henckelberg sich als ihren Verehrer sieht.
Henckelberg hat bei einem Aufenthalt in Berlin zufällig herausgefunden, dass Cornelia in einigen geschmacklosen Filmen mit spärlicher Bekleidung mitgewirkt hat. Nachdem Henckelberg im Rahmen einer abendlichen Versammlung des „Clubs Motor und Technik“ zu dem Vorsitzenden gewählt wurde, spielt er den Mitgliedern einen entsprechenden Film mit Cornelia vor. Zu dem Clubabend hat er Albert von Möller ausdrücklich eingeladen. Es kommt nach dem Ende der Vorführung zu einem Eklat, in dessen Verlauf Hauptmann von Möller Bankier Henckelberg zu einem Pistolenduell auffordert.
Bei dem Duell wird Albert von Möller so schwer verletzt, dass er an den Folgen, trotz aller ärztlichen Bemühungen von Dr. Sitthard, einige Tage später verstirbt. Auf dem Totenbett bittet Albert von Möller seinen Sohn Ulrich mit dem Nachtzug nach Hamburg zu reisen und Cornelia, die in einem Hotel auf die gemeinsam mit Albert geplante Schiffspassage nach Südamerika wartet, mit einem gerade noch von Albert aufsetzten Brief aufzusuchen. Ulrich soll zudem Cornelia ausrichten, dass es seinem Vater gut geht. Somit fährt Ulrich, wie aufgetragen, nach Hamburg. In dem übergebenen Brief stehen nur drei Worte: „Leb wohl Cornelia!“. Als Erklärung fügt er noch hinzu, dass sein Vater Albert wieder zum Militär zurückgekehrt sei. Cornelia, die auf Grund verschiedener Machenschaften ihres Ex-Mannes wegen Betruges vorbestraft ist, beschließt nunmehr alleine die Passage nach Südamerika anzutreten.
Produktionsnotizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dreharbeiten zu Dreiklang fanden von Anfang Februar 1938 bis Anfang April 1938 statt. Die Innenaufnahmen entstanden in den Ateliers der UFA in Neubabelsberg, dem heutigen Studio Babelsberg in Potsdam. Die Außenaufnahmen wurden in Potsdam gedreht. Die Uraufführung von Dreiklang war am 24. Mai 1938 in Berlin im Capitol am Zoo. Am 16. Mai 1938 erging durch die nationalsozialistische Filmprüfstelle ein entsprechendes Jugendverbot für den Film.[1]
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Ludwig Reiber[2] und Willi Depenau.[3] Die Musik für den Film komponierte Kurt Schröder, für den Schnitt zeichnete der später vielbeschäftigte Regisseur Paul May verantwortlich und Kameraassistent war der bekannte russisch-deutsche Kameramann Igor Oberberg.
Douglas Sirk, der bis zu seiner Emigration in die USA Ende 1937 mit seinem Geburtsnamen Detlef Sierck in Deutschland als Regisseur arbeitete,[4][5] wollte ursprünglich auch die Regie des Films übernehmen, für den er bereits erhebliche Arbeiten im Vorfeld geleistet hatte (Adaption, Drehbuch, Besetzung usw.).[6][7] Im Vorspann des Films findet er aber keine Erwähnung.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„Eine ehemalige Revuetänzerin siedelt in reiferem Alter in eine Garnison- und Residenzstadt um und tritt zwischen einen abgedankten adeligen Offizier, der sie aus Standesgründen nicht hatte ehelichen können, und seinen musikbegeisterten Sohn, der soeben sein Abitur bestanden hat. Ein vor dem Ersten Weltkrieg angesiedeltes, kammerspielhaftes Melodram, das seine arg verstaubte und abgegriffene Rührgeschichte ziemlich theatralisch aufbauscht.“
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dreiklang bei IMDb
- Dreiklang bei filmportal.de
- Filmbild Lil Dagover auf alamy.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Das Ufa-Buch. Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik. Hrsg. von Hans-Michael Bock und Michael Töteberg in Zusammenarbeit mit CineGraph. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-86150-065-5, S. 372.
- ↑ Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 446, 447.
- ↑ Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 358.
- ↑ Sirk, Douglas. In: Wolfram Tichy, Liz-Anne Bawden (Hrsg.): rororo Filmlexikon. Band 6: Personen R – Z (OT: The Oxford Companion to Film). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-499-16233-4, S. 1363, 1364
- ↑ Sierck, Detlef. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 512.
- ↑ Zum 100. Geburtstag von Helga Marold auf Filmmuseum Potsdam online; abgerufen am 4. August 2026
- ↑ Dreiklang auf Deutsches Historisches Museum online; abgerufen am 4. August 2026
- ↑ Dreiklang. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 4. August 2026.