"Cap San Diego" Deutschlands einziger Kletterpark auf dem Wasser

Die "Cap San Diego" ist das weltgrößte seetüchtige Museumsfrachtschiff - und Deutschlands einziger Kletterpark auf dem Wasser. Bei der Mastenquerung balancieren Mutige 30 Meter über der Elbe. Sehen Sie das Schiff auch in unserer Foto-Show.
Kaum sind alle an Deck des "Weißen Riesen", macht Jan-Arne eine klare Ansage: "Bildet drei Gruppen mit je zehn Leuten. Die Schwierigkeitsstufen sind gemütlich, mutig und sehr mutig. Die sehr Mutigen balancieren hoch über dem Deck über ein wackliges Seil. Wer will dort als Erstes hin?" 20 Hände schießen in die Höhe.
Jan-Arne, einer der Betreuer des Hochseilgartens auf dem 159 Meter langen Schiff, ist überrascht. "Normalerweise wollen die meisten erst einmal entspannter anfangen...", fügt er hinzu. Das müssen dann manche auch notgedrungen, doch Jan-Arne beruhigt: "Die beiden anderen Stationen sind auch nicht zu verachten!"
Seit 30 Jahren an der Überseebrücke
Die Kulisse sowieso nicht, schließlich ist die "Cap San Diego" ein besonderes Schiff. 1961 als Frachter gebaut, liegt es seit 30 Jahren an der Überseebrücke in Hamburg - feinste Innenstadtlage. Ihre elegante Silhouette gehört zum Hamburger Hafenpanorama wie die Speicherstadt, der Michel und die Anfang 2017 eröffnende Elbphilharmonie.
Besucher können sich per Audioguide über das ganze Schiff führen lassen. In der Ladeluke 2 finden sie die Dauerausstellung "Stückgut- und Containerumschlag", wo auf großen Schautafeln die Geschichte des seemäßigen Güterverkehrs dokumentiert wird. Es finden regelmäßig Veranstaltungen an Deck statt und sogar Übernachtungen sind in den Kabinen möglich. Zu bestimmten Zeiten fährt die "Cap San Diego" auch aus.
Attraktion Hochseilgarten: Von leicht bis schwer
Der abenteuerlichste Aspekt des Schiffsbesuchs ist jedoch der Hochseilgarten. "Wichtig war, dass der Charakter des Schiffs gewahrt wird", sagt Kapitän Jens Weber. Deshalb lassen sich alle Elemente des Hochseilgartens abbauen, wenn sie nicht genutzt werden.
Die ersten Station befindet sich unter Deck. Aufgabenstellung: Abseilen durch eine Ladeluke. Also: Helm auf, Gurt an, Regeln besprechen, Sicherungsleute bestimmen. Dann wird abgelassen. Jeder hat dabei sich am eigenen Seil und sein eigenes Tempo selbst in der Hand - wobei es stets auch eine Zweitsicherung gibt.
Station zwei sieht erstmal gar nicht schlimm aus
Die an einem Ladebaum befestigte, rund zehn Meter hohe Lotsenleiter - Station zwei - erfordert schon deutlich mehr Mut. Die im Bugbereich hoch über der Elbe befindliche XXL-Strickleiter sieht auf den ersten Blick zwar nicht furchteinflößend aus, doch Baumel- und Höhenfaktor haben es in sich. Und vor allem die nach oben hin immer größer werdenden Abstände der Balken. Die weiten sich bis zu 1,50 Meter.
Es sind immer drei Kletterer auf dem breiten Balken und müssen sich gegenseitig hochhelfen. Oberschenkel werden zu Tritthilfen umfunktioniert, Hände zu Flaschenzügen und Achseln und Knie zu Einhakhilfen - alles unter schwankenden Bedingungen, aber natürlich gesichert.
Manche Himmelsstürmer brechen schon bei Stufe drei ab, andere wiederum schaffen es bis auf den höchsten Balken sechs. Der Lohn: Ein gutes Gefühl und ein stolzer Ausblick auf die Landungsbrücken, die Musicalhäuser, die Elbe.
Königsdisziplin Mastenquerung
Die letzte Station ist die Mastenquerung - und die ist nur für "sehr mutige". 18 Meter über Deck und somit 30 Meter über der Elbe spannt sich ein Stahlseil 30 Meter von Mast zu Mast.


