Broad Peak
| Broad Peak | ||
|---|---|---|
| Broad Peak gesehen vom Concordia-Platz | ||
| Höhe | 8051 m | |
| Lage | Gilgit-Baltistan, Pakistan, und Xinjiang, China | |
| Gebirge | Gasherbrum-Gruppe (Karakorum) | |
| Dominanz | 9,37 km → K2 | |
| Schartenhöhe | 1701 m | |
| Koordinaten | 35° 48′ 35″ N, 76° 34′ 25″ O | |
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| Erstbesteigung | 9. Juni 1957 durch Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und Hermann Buhl | |
| Normalweg | Westsporn und Nordgrat | |
| Die drei Gipfel des Broad Peak: Nord- (ganz links), Mittel- (linkes Bilddrittel) und Hauptgipfel (Bildmitte) | ||
| Das Breithorn stand Pate | ||


Der Broad Peak (Falchan Kangri) ist mit 8051 m Höhe einer der vierzehn Achttausender und der zwölfthöchste Berg der Erde. Er liegt im Karakorum auf der Grenze zwischen Pakistan und China. Er zählt zur Gasherbrum-Gruppe, die sich im Süden anschließt. Sein nördlicher Nachbar ist der K2, von dem er nur durch den Godwin-Austen-Gletscher getrennt ist.
Name
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der systematischen Benennung der Karakorum Berge durch Thomas George Montgomerie 1856 erhielt der Berg zunächst die Bezeichnung K3. Den Namen Broad Peak („Breiter Gipfel“) erhielt der Berg im Jahre 1892 von William Martin Conway, dem Leiter einer britischen Erkundungsexpedition im Karakorum, wegen seines über einen Kilometer langen beinahe steigungslosen Gipfelgrates. Conway sah sich beim Anblick des Berges an das Breithorn in den Walliser Alpen erinnert. (Auch bei der Benennung des Concordiaplatzes durch Conway standen mit dem Konkordiaplatz am Aletschgletscher die Alpen Pate.)
Die Bezeichnung Falchan (bzw. Phalchan) Kangri ist die Übersetzung des englischen Namens in die Balti-Sprache und wird von der Bevölkerung nicht akzeptiert.[1]
Gipfel des Broad Peak
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Broad Peak besteht aus mehreren Gipfeln, dem 7550 m hohen Nordgipfel, dem Mittelgipfel (8011 m) und dem Hauptgipfel mit einer Höhe von 8051 m.[2][3] Aufgrund seiner scheinbaren Eigenständigkeit gab es Stimmen, den Mittelgipfel als 15. Achttausender anzusehen (siehe auch: Lhotse Shar). Der Pass zwischen Mittel- und Hauptgipfel unterschreitet jedoch nicht die Höhe von 7800 m, so dass der Mittelgipfel nur eine Schartendifferenz von etwa 200 Höhenmetern aufweist. Um als Berg zu gelten, ist eine Schartendifferenz von 500 Höhenmeter festgelegt.[4]
Bei Besteigungen von der Westseite erreicht man auf dem Gipfelgrat des Hauptgipfels zuerst dessen niedrigeren Vorgipfel. Für eine als vollständig absolviert geltende Besteigung ist noch die Passage über den langen vereisten Gipfelgrat zum Hauptgipfel erforderlich. Eigentümlich dabei ist, dass der Hauptgipfel vom Vorgipfel aus niedriger erscheint, wie auch der Vorgipfel vom Hauptgipfel aus niedriger wirkt.[5]
Der Karakorum-Hauptkamm verläuft von Süd nach Nord über die Gipfelgrate des Broad Peak und des Mittelgipfels. Dort verläuft der Kamm weiter nach Nordosten über den 6956 m hohen Kharut Kangri, einen weiteren Nebengipfel des Broad Peak. Der Broad-Peak-Nordgipfel hingegen liegt genau nördlich des Mittelgipfels und westlich des Kharut Kangri und liegt westlich des Karakorum Hauptkamms und damit in Pakistan. Über die auf dem Hauptkamm gelegenen Gipfel verläuft die Grenze zwischen China und Pakistan.
| Gipfel des Broad Peak | Höhe | Schartenhöhe | Bezug |
|---|---|---|---|
| Hauptgipfel | 8051 m | 1701 m | Gasherbrum I |
| Vorgipfel (auch „Rocky Summit“ oder „False Summit“) | 8028 m | < 50 m | Broad Peak |
| Broad Peak Central (auch BP Mid Peak oder Middle; chinesischer Name: Zhongyang) | 8011 m | 191 m | Broad Peak |
| Nordgipfel | 7490 m | 212 m | Broad Peak Central |
| Südgipfel (Kharut Kangri) | 6942 m | 402 m | Broad-Peak-Nordgipfel |
Besteigungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstbesteigung erfolgte durch eine österreichische Kleinexpedition mit Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Fritz Wintersteller und Expeditionsleiter Marcus Schmuck am 9. Juni 1957 im Westalpenstil, also ohne Unterstützung von Hochträgern und Flaschensauerstoff. Die Bergsteiger hatten zuvor am 29. Mai den Vorgipfel erreicht, wo sie feststellten, dass der höchste Punkt noch weiter entfernt ist. Somit stiegen sie zunächst wieder ab, um dann wenige Tage später doch den Hauptgipfel zu erreichen. Zuvor war eine Expedition, geleitet vom bekannten Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer, im Jahre 1954 auf etwa 6900 m gescheitert. Der Nordgipfel wurde im Jahr 1983 von Renato Casarotto erstmals bestiegen.
Die polnischen Alpinisten Jerzy Kukuczka und Wojciech Kurtyka erreichten den Gipfel zweimal: 1982 hatten die beiden die Erlaubnis der pakistanischen Regierung zur Besteigung des K2 erhalten, die das Besteigen niedrigerer Gipfel zur Akklimatisation einschloss. Beim Abstieg vom Broad Peak trafen sie auf Reinhold Messner, dem sie auf die Frage nach der Besteigung antworteten, sie seien ‚in der Gegend‘ gewesen. Messner verstand und versprach Verschwiegenheit, denn die K2-Genehmigung schloss die Besteigung anderer Achttausender letztlich nicht ein. Im Juli 1984 kehrten Kukuczka und Kurtyka zum Broad Peak zurück, um ihn offiziell zu besteigen und mit der Überschreitung von Nord-, Mittel- und Hauptgipfel für Aufsehen zu sorgen.
Einen Tag nach den beiden Polen und 27 Jahre nach seiner Erstbesteigung stand Kurt Diemberger am 18. Juli 1984 gemeinsam mit seiner Film- und Kletterpartnerin Julie Tullis auf dem Hauptgipfel.


Bereits am 14. Juli 1984 hatte der Pole Krzysztof Wielicki den Berg in 14 Stunden in einer Solo-Besteigung erklommen, für Auf- und Abstieg benötigte er insgesamt nur 22 Stunden.[2][6] Am Gipfelgrat traf er auf seine Expeditionsgefährten Janusz Majer, Walenty Fiut und Ryszard Pawłowski, die bereits zwei Tage früher aufgebrochen waren und nun gerade den Abstieg begannen.[7]
Am 8. Juli 2006 starb der österreichische Extrembergsteiger Markus Kronthaler nach Besteigung des Gipfels im Zuge der Expedition „Auf den Spuren von Hermann Buhl“ während des Abstieges an Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel. Sein Bergkamerad, Sepp Bachmair, schaffte mit letzten Kräften den Abstieg zum Lager 3, welches auf 6950 m Höhe außerhalb der Todeszone lag.[8] Im Sommer 2007 barg Kronthalers Bruder Georg die Leiche aus der Todeszone und brachte sie nach Hause.[9]
Am 12. Juli 2007 betrat Edurne Pasaban im Rahmen ihres Projektes 14 × 8000 um 11:30 Uhr mit ihren Kameraden Iván Vallejo, Ferrán Latorre, Asier Izaguirre und dem Träger Hassan den Gipfel, ihren neunten Achttausender.[10] Zur gleichen Zeit erreichten auch Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits und David Göttler dieselbe Stelle, die für sie ihren zehnten Achttausender darstellte.[11]
Am 5. März 2013 gelang den Polen Maciej Berbeka, Adam Bielecki, Tomasz Kowalski und Artur Malek die erste Winterbesteigung des Berges. Berbeka und Kowalski konnten im Abstieg nicht folgen und gelten seitdem als vermisst.[12] 2013 galt als eines der tödlichsten Jahre am Broad Peak mit mindestens 6 Toten.[13]
Am 31. Juli 2026 wurde gemeldet, dass am Vortag eine 10-köpfige internationale Bergsteigergruppe unter der Leitung des nepalesischen Bergführers Nirmal Purja von einer Lawine getroffen wurde.[14] Die Tour wurde offenbar von dem nepalesischen Unternehmen „Seven Summit Treks“ organisiert.[15] Die Gruppe wurde um 9:30 lokaler Zeit auf einer Höhe von etwa 6600 m beim Aufstieg von Lager 2 nach Lager 3 getroffen.[15] Die Bergsteiger waren offenbar mit GPS-Trackern ausgestattet. 3 Leichen wurden am Fuße des Berges nahe dem Basislager gefunden und konnten identifiziert werden:[15][16] Die Bergsteigerinnen Mallory Geis aus den Vereinigten Staaten und Nadhira Al Harthy aus dem Oman sowie der Nepalese Pur Bahadur Gurung. Weitere Teilnehmer der Expedition wurden von Drohnen lokalisiert, sind aber vermutlich nicht mehr am Leben.[17] Unter den Teilnehmern waren Sohail Sakhi aus Pakistan, Kili Pemba Sherpa, Nima Sherpa, Nawang Thindu Sherpa und Gyalu Sherpa aus Nepal sowie Wang Zhong aus China.[18][13] GPS-Daten zeigten, dass Nirmal Purja 800 m in die Tiefe gerissen wurde, während Al Harthy die komplette Strecke bis zum Basislager hinuntergerissen wurde.[15] David Klein aus Ungarn und Ian Overton aus den Vereinigten Staaten, die nicht Teil dieser Gruppe waren, entschieden sich aufgrund schlechter Wetterprognosen (starke Winde, Niederschläge) nicht für einen Aufstieg.[15] Einen Tag später wurde bekanntgegeben, dass alle Expeditionsteilnehmer bei dem Unglück ums Leben kamen.[19]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Marcus Schmuck: Broad Peak 8047 m. Das Bergland-Buch, Salzburg/Stuttgart 1958 (Bericht der Erstbesteiger).
- Christine Kopp: Vor fünfzig Jahren. Die Erstbesteigung des Broad Peak. In: Die Alpen. Nr. 4, 2007, S. 27–29 (sac-cas.ch – Fulltext im Web vorhanden, login erforderlich).
- Richard Sale: Broad Peak. Carreg, Ross-on-Wye 2007, ISBN 0-9538631-5-8.
- Rollo Steffens: Faszination Karakorum. Die wilden Berge Asiens. Bruckmann Verlag, München 2000, ISBN 3-7654-3593-7.
- Jochen Hemmleb: Broad Peak – Traum und Albtraum. Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 3-7022-2811-X.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Expeditionstagebuch 1995 (Alpinclub Sachsen)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ H. Adams Carter: Balti Place Names in the Karakoram. In: American Alpine Journal 1975, S. 52–60 (PDF; 1,7 MB).
- 1 2 Broad Peak. summitpost.org, abgerufen am 1. August 2026.
- ↑ Karakorum Mitte_oestlicher Teil. Abgerufen am 10. März 2020.
- ↑ Eigenständigkeit von Gipfeln. thehighrisepages.de, abgerufen am 1. August 2026.
- ↑ http://www.k2news.com/qsb01.htm (gut veranschaulicht wird das hier und auf den Folgeseiten).
- ↑ http://www.broadpeak.org/en/broad_peak.php
- ↑ Krzysztof Wielicki: Broad Peak in Twenty-two Hours. In: American Alpine Journal. 1985, S. 315 (PDF).
- ↑ Tödlicher Gipfelsturm ( vom 10. Juli 2006 im Internet Archive), Online-Ausgabe des Kurier
- ↑ Vgl. Expedition zur Bergung von Markus Kronthaler vom Gipfel des Broad Peak ( vom 22. September 2017 im Internet Archive)
- ↑ Homepage E. Pasabans ( vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive)
- ↑ Kaltenbrunner bezwang zehnten Achttausender. ORF OE, 11. April 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2014; abgerufen am 10. Mai 2025.
- ↑ Kurzbericht zur Wintererstbesteigung
- 1 2 Anbarasan Ethirajan, Yang Tian: Four climbers killed and six feared missing after avalanche hit Nirmal Purja's team. In: www.bbc.com. 31. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Lex Harvey, Ross Adkin, Xiaoqian Lin: Four bodies recovered after group including top mountaineer Nirmal Purja missing in avalanche. In: edition.cnn.com. 31. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Angela Benavides: Broad Peak Avalanche: Two Bodies Found, Helicopters Search for Others. In: explorersweb.com. Abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Anbarasan Ethirajan, Yang Tian: Body of US climber the latest recovered after Pakistan avalanche. In: www.bbc.com. 31. Juli 2026, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- ↑ Anbarasan Ethirajan, Yang Tian: Two bodies located and search ongoing after avalanche hits Nirmal Purja's team. In: www.bbc.com. Abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Pakistan avalanche: Bodies found as search continues for missing Brit and others. In: www.itv.com. 31. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Nirmal Purja und weitere Bergsteiger bei Lawinenunglück gestorben. In: www.spiegel.de. 1. August 2026, abgerufen am 1. August 2026.
