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Ruhlkirchen

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Ruhlkirchen
Gemeinde Antrifttal
Wappen Ruhlkirchen
Koordinaten: 50° 48′ N,  11′ OKoordinaten: 50° 47′ 38″ N,  11′ 8″ O
Höhe: 250 m
Fläche: 6,95 km²[1]
Einwohner: 576 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36326
Vorwahl: 06631
Kirche St. Michael in Ruhlkirchen
Kirche St. Michael in Ruhlkirchen

Ruhlkirchen ist der größte Ortsteil der Gemeinde Antrifttal im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Ruhlkirchen liegt in Oberhessen im Tal der Antrift. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3070 und 3344.

Der Ort gehörte vom 12. bis ins 19. Jahrhundert zum Gericht Katzenberg. Seit dem 13. Jahrhundert lässt sich eine ortsansässige niederadlige Familie urkundlich belegen. 1267 wird ein „Gerlacus de Rulenkirchen“[3] urkundlich genannt. Eine zeitgleiche Erwähnung befindet sich in einem Kopiar: „... Gerlaci militis ... de Rulinkirchen ...“[4] Hier wird Gerlach von Ruhlkirchen als Ritter bezeichnet. „Herdanus de Rolekirchen“ war ein weiterer Vertreter dieser Familie von Ruhlkirchen. Er wird 1278 erwähnt.[5] Dieser besaß in Seibelsdorf den Zehnten, den er an den dortigen Hof der Deutschordensritter aus Marburg am 28. Januar 1280 vertragsgemäß abtrat.[6]

Sehr wahrscheinlich war der Stammsitz der Ritter die Wasserburg Ruhlkirchen. Die Burg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut.

Der Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung bei der Eigenkirche des Ruodilo“ erklärt.[7] Eine Nennung des Ortes von 1303 lautet: „... in Rulkirchen ...“[8] Ein Salbucheintrag aus dem Jahre 1574 kennt Ruelkirchen.[9]

Anfang des 19. Jahrhunderts ging das Dorf mit dem gesamten Gericht Katzenberg als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses aus Kurmainzer Besitz an Kurhessen über. Mit dem Friedensvertrag zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Hessen vom 3. September 1866 im Anschluss an den Krieg von 1866 fielen die Dörfer des „Distrikts Katzenberg“ an das Großherzogtum.[10] In Ruhlkirchen galt damals kurhessisches Recht. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen ab 1866.[11] Es wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die fünf Gemeinden Bernsburg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod zur neuen Großgemeinde Antrifttal zusammen.[12]

Einwohnerentwicklung

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 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1961: 31 evangelische (= 4,80 %), 615 katholische (= 95,20 %) Einwohner
Ruhlkirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014
Jahr  Einwohner
1834
 
775
1840
 
784
1846
 
818
1852
 
846
1858
 
768
1864
 
777
1871
 
611
1875
 
581
1885
 
573
1895
 
559
1905
 
545
1910
 
537
1925
 
508
1939
 
568
1946
 
760
1950
 
724
1956
 
661
1961
 
646
1967
 
684
1970
 
682
2008
 
622
2011
 
621
2014
 
582
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]

Sehenswürdigkeiten

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Blasonierung: „In rotem Schild zwei aufrechtstehende abgekehrte silberne Streitäxte.“

Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde Ruhlkirchen, im damaligen Landkreis Alsfeld am 2. März 1951 durch den Hessischen Innenminister verliehen.[13] Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.

Es basiert auf dem Siegel des Ritters Gerhard von Ruhlkirchen.[14] Das Wappen wird von der Gemeinde Antrifttal weitergeführt.

Persönlichkeiten

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  • Zwischen 1926 und 1929 unterrichtete der Kirchenmusiker Heinrich Rohr (1902–1997) in Ruhlkirchen.
Commons: Ruhlkirchen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Ruhlkirchen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. 1 2 Zahlen - Daten -Fakten. (PDF) In: Internetauftritt. Gemeinde Antrifttal, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)
  3. Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Nr. 9, S. 4.
  4. Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1, Nr. 237, S. 182.
  5. Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 357, S. 267.
  6. Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 373. Vgl. Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 316 Fußnote.
  7. Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 316 f, S. 317.
  8. Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 2. Nr. 46, S. 34.
  9. Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 130.
  10. Schmidt, S. 45.
  11. Schmidt, S. 104, 46 und beiliegende Karte.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.
  13. Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Ruhlkirchen im Landkreis Alsfeld, Reg.-Bezirk Darmstadt vom 2. März 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 11, S. 123, Punkt 218 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,0 MB]).
  14. Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 142.