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Sliver (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Sliver
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Phillip Noyce
Drehbuch Joe Eszterhas
Produktion Robert Evans, Joe Eszterhas, Hawk Koch
Musik Michael Cretu, Marston Daley, Frank Nardiello, Howard Shore
Kamera Vilmos Zsigmond
Schnitt Richard Francis-Bruce, William Hoy
Besetzung und Synchronisation

Sliver (dt. Titelzusatz Gier der Augen) ist ein US-amerikanischer Erotikthriller aus dem Jahr 1993, dessen Handlung auf dem gleichnamigen Roman von Ira Levin basiert. Regisseur war Phillip Noyce; die Hauptrollen spielten Sharon Stone, William Baldwin und Tom Berenger. Der Film handelt von einer geschiedenen Frau, die in ein hochwertiges Hochhaus zieht, dessen Bewohner von einem Voyeur überwacht werden. Als sich mysteriöse Todesfälle häufen, gerät sie zwischen zwei Männer, von denen jeder etwas zu verbergen hat.

Die frisch geschiedene Lektorin Carly Norris zieht in die 20. Etage eines vornehmen, wegen seiner Schmalheit als „Sliver“ (Splitter) bezeichneten Wohnhochhauses in der 38. Straße an der East Side im New Yorker Stadtteil Manhattan. Sie lernt ihre Nachbarn kennen, darunter den Grafiker Zeke Hawkins, den Schriftsteller Jack Lansford, das Callgirl Vida und den Professor Gus. Sie erfährt, dass sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Naomi Singer hat, der Vormieterin ihrer Wohnung, die kürzlich durch einen Sturz vom Balkon zu Tode kam. Im Zeitungsarchiv findet sie heraus, dass es im Haus weitere Todesfälle gab. Etwas später bekommt sie von einem Unbekannten ein Geschenk – ein Fernrohr, mit dem sie die Bewohner der umliegenden Häuser beobachten kann.

Carly lernt auf einer Party den Nachbarn Zeke Hawkins kennen, der bald zu ihrem Liebhaber wird. Nach einer gemeinsamen Nacht offenbart er ihr, der Besitzer des Hauses zu sein. Es stellt sich heraus, dass er im Hochhaus zahlreiche versteckte Überwachungskameras hat installieren lassen und die Mieter selbst in intimsten Situationen heimlich beobachtet.

Zugleich wird Carly mehrmals von Jack belästigt, welcher ständig versucht, sie vor Zeke zu warnen. Gus und Vida sterben in den nächsten Tagen unter verdächtigen Umständen. Bei einer Auseinandersetzung wird Jack von Carly in ihrer eigenen Wohnung erschossen. Von einem von Zekes Videobändern erfährt Carly anschließend, dass Naomi von Jack ermordet wurde. Jack war eifersüchtig auf Zeke, da dieser eine sexuelle Beziehung zu Naomi hatte. Carly wird wütend auf Zeke, da er die Beweise für Naomis Mord bewusst zurückgehalten hat, und eifersüchtig auf seine Beziehungen zu den anderen Frauen. Sie zerschießt sämtliche Monitore. Der Film endet mit ihren Worten „Fang endlich an zu leben“, Originalzitat: „Get a life“.

Besetzung und Synchronisation

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Die Synchronisation wurde von der Berliner Synchron GmbH erstellt, das Dialogbuch schrieb Alexander Löwe und die Dialogregie führte Clemens Frohmann.[1]

Rolle DarstellerSynchron­sprecher
Carly Norris Sharon StoneKatja Nottke
Zeke Hawkins William BaldwinNicolas Böll
Jack Lansford Tom BerengerKlaus-Dieter Klebsch
Vida Warren Polly WalkerAnke Reitzenstein
Judy Marks Colleen CampDagmar Biener
Samantha Moore Amanda Foreman
Alex Parsons Martin LandauEric Vaessen
Victoria Hendrix CCH PounderViola Sauer
Evelyn McEvoy Nina FochEvelyn Gressmann
Gus Hale Keene CurtisDietmar Richter-Reinick
Peter Farrell Nicholas PryorLothar Mann

Sliver erhielt seinerzeit ein schlechtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils kritische Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Gammelig“ ein.[2] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Ablehnend“ aus.[3]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 21 %[2]
Metacritic (Metascore) 38/100[3]
Prädikat der FBW wertvoll[4]
CinemaScore C–
James Berardinelli SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[5]
Prisma SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[6]
Empire Magazine SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[7]
IGN SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[8]
TV Spielfilm 👍[9]
Entertainment Weekly C[10]

James Berardinelli kritisierte, dass die Verfilmung zahlreiche Elemente der Romanvorlage von Ira Levin verändere und eine „Metzgerarbeit“ sei. Er bezeichnete die Darstellung von Sharon Stone als emotional zu wenig differenziert, die von William Baldwin als „fade“ und die von Tom Berenger als „langweilig“. Der Film wirke wegen der „aufdringlichen“ Musik und des „verwirrenden“ Schnitts wie eine MTV-Produktion und gehöre zu den schlechtesten Filmen des Jahres.[5]

Das Lexikon des internationalen Films kritisiert: "Ausschließlich an der sensationellen Perspektive des Voyeurismus interessierter Film, der in erotischen und kriminalistischen Platitüden und Klischees erstickt.[4]

TV Spielfilm spricht von einem "spannenden Film über das Spannen".[11]

Actionfreunde.de stellte 2020 fest, dass man dem Film die Produktionsquerelen anmerke und der Krimiplot zuweilen vernachlässigt werde. Er sei zwar kein Thriller-Highlight, aber optisch ansprechend umgesetzt, und der Subtext um Überwachung, Voyeurismus und Machtgebaren sei interessant und seiner Zeit sogar voraus. Sliver sei einerseits gescheitert, aber besser als sein Ruf.[12]

Filmtipps.at bescheinigte 2023 dem Film interessante und gute Ansätze. Das Problem sei nicht, dass er schlecht wäre, sondern, dass er nicht über diese Ansätze hinauskomme.[13]

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) vergab dem Film das Prädikat "wertvoll".[14]

William Baldwin gewann im Jahr 1994 für seine Rolle den MTV Movie Award, Sharon Stone und der Song Can’t Help Falling in Love wurden für den MTV Movie Award nominiert.

Andererseits erhielt der Film 1994 sieben Nominierungen für den Negativpreis Goldene Himbeere: William Baldwin, Sharon Stone, Tom Berenger und Colleen Camp als Schauspieler, Phillip Noyce für die Regie, Joe Eszterhas für das Drehbuch und Robert Evans für den Schlechtesten Film.

  • Ira Levin: Sliver. Deutsch von Klaus Fröba. Goldmann, München 2002, ISBN 3-442-55286-9.
  • Gebhard Hölzl, Thomas Lassonczyk: Sharon Stone. Mit „Basic Instinct“ zum Erfolg. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-06551-4, S. 124–134, 230–232.

Einzelnachweise

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  1. Sliver. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  2. 1 2 Sliver. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 29 Kritiken).
  3. 1 2 Sliver. In: Metacritic. Abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 21 Kritiken).
  4. 1 2 Sliver. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  5. 1 2 Kritik von James Berardinelli, ReelViews, 1993. „bland […] intrusive […] distracting“
  6. Sliver. In: Prisma. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  7. Mark Salisbury: Sliver Review. In: Empire Magazine. 1. Januar 2000, abgerufen am 20. Juli 2026 (englisch).
  8. Todd Gilchrist: Sliver (Unrated Edition). In: IGN. 24. November 2018, abgerufen am 20. Juli 2026 (englisch).
  9. Sliver (1993). In: TV Spielfilm. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  10. Owen Gleiberman Owen Gleiberman Owen Gleiberman is the former film critic at Entertainment Weekly. He left EW in 2014. EW's editorial guidelines: Sliver. In: Entertainment Weekly. 4. Juni 1993, abgerufen am 20. Juli 2026 (englisch).
  11. Sliver (1993) - Film (Erotik). In: TV Spielfilm. Abgerufen am 20. Juli 2026 (deutsch).
  12. Nils Bothmann: Sliver. In: Actionfreunde.de. 5. September 2020, abgerufen am 19. Januar 2026.
  13. Gregor Torinus: Sliver. In: filmtipps.at. 2023, abgerufen am 19. Januar 2026.
  14. Sliver. In: Filmbwertungsstelle Wiesbaden. Archiviert vom Original am 21. September 2020; abgerufen am 20. Juli 2026.