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Tandemrennen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stephanie Morton und Felicity Johnson auf dem Bahn-Tandem beim Paracycling

Das Tandemrennen ist eine Disziplin des Bahnradsports.

Beim Tandemrennen handelt es sich prinzipiell um die Disziplin Sprint, wobei diese jedoch von zwei Fahrern auf einem zweisitzigen Tandem ausgetragen wird.[1] Der Vordermann ist der Steuermann, während der hinten sitzende Fahrer so gut wie keine Sicht nach vorne hat und sich voll auf seinen Partner verlassen muss. Auf einem Tandem werden sehr hohe Geschwindigkeiten (bis zu 80 km/h) erreicht.

Von 1908 bis 1972 war das Tandemrennen Teil des Programms bei Olympischen Spielen. 1995 wurde die Disziplin auch aus dem Weltmeisterschaftsprogramm gestrichen und ist seitdem fast in Vergessenheit geraten. Die Tendenz zu immer kürzeren Radrennbahnen macht diese Disziplin schwierig, da in den engen Kurven der kürzeren Bahnen zu hoher Kurvendruck auftritt.

Tandemrennen gibt es heutzutage allerdings immer noch beim Paracycling im Behindertenradsport. Hier sitzt der sehbehinderte oder blinde Fahrer hinten und wird von einem Piloten genannten, sehenden Fahrer gesteuert. Diese Rennen werden als Sprint, Verfolgung, Zeitfahren und Teamsprint ausgeführt. Sie stehen unter anderem bei den Paracycling-Bahnweltmeisterschaften im Programm und sind bzw. waren paralympische Disziplinen.[2]

Ergebnisse der Bahnradsport-Weltmeisterschaften

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Jahr Gold Silber Bronze
1966Frankreich Pierre Trentin, Daniel Morelon Klaus Kobusch, Martin StenzelItalien Walter Gorini, Giordano Turrini
1967Italien Bruno Gonzato, Dino VerziniFrankreich Pierre Trentin, Daniel Morelon Daniel Goens, Robert Van Lancker
1968Italien Giordano Turrini, Walter Gorini Daniel Goens, Robert Van LanckerJapan Sanji Inoue, Hideo Madarame
1969 Jürgen Geschke, Werner Otto Jürgen Barth, Rainer MüllerFrankreich Pierre Trentin, Daniel Morelon
1970Deutschland Jürgen Barth, Rainer Müller Jürgen Geschke, Werner OttoFrankreich Gérard Quintyn, Daniel Morelon
1971 Jürgen Geschke, Werner OttoDeutschland Jürgen Barth, Rainer MüllerFrankreich Pierre Trentin, Daniel Morelon
1972Disziplin nicht ausgetragen
1973 Vladimír Vačkář, Miroslav Vymazal Wiktor Kopylow, Wladimir Semenez Jürgen Geschke, Werner Otto
1974 Vladimír Vačkář, Miroslav Vymazal Wiktor Kopylow, Wladimir Semenez Benedykt Kocot, Andrzej Bek
1975 Benedykt Kocot, Janusz Kotliński[3] Vladimír Vačkář, Miroslav Vymazal Anatolij Jablunowskyj, Sergei Komelkow
1976 Benedykt Kocot, Janusz Kotliński Ivan Kučírek, Miloš Jelínek Anatolij Jablunowskyj, Wladimir Semenez
1977 Vladimír Vačkář, Miroslav Vymazal Wladimir Semenez, Alexander Woronin Horst Gewiss, Wolfgang Schäffer
1978 Vladimír Vačkář, Miroslav VymazalVereinigte Staaten Gerald Ash, Leigh BarczewskiNiederlande Sjaak Pieters, Lau Veldt
1979Frankreich Yavé Cahard, Franck Dépine Dieter Giebken, Hans Peter Reimann Vladimír Vačkář, Miroslav Vymazal
1980 Ivan Kučírek, Pavel MartínekFrankreich Yvon Cloarec, Franck DépineItalien Giorgio Rossi, Floriano Finamore
1981 Ivan Kučírek, Pavel Martínek Dieter Giebken, Fredy Schmidtke Ryszard Konkolewski, Zbigniew Płatek
1982 Ivan Kučírek, Pavel Martínek Dieter Giebken, Fredy SchmidtkeNiederlande Sjaak Pieters, Tom Vrolijk
1983Frankreich Philippe Vernet, Franck Dépine Ivan Kučírek, Pavel Martínek[4]
1984 Frank Weber, Hans-Jürgen GreilFrankreich Philippe Vernet, Franck DépineItalien Vincenzo Ceci, Gabriele Sella
1985 Vítězslav Vobořil, Roman ŘehounekVereinigte Staaten Nelson Vails, Leslie Barczewski Sascha Wallscheid, Frank Weber
1986 Vítězslav Vobořil, Roman ŘehounekVereinigte Staaten Kit Kyle, David LindseyItalien Andrea Faccini, Roberto Nicotti
1987Frankreich Fabrice Colas, Frédéric MagnéItalien Andrea Faccini, Roberto Nicotti Vitezlav Voboni, Lubomír Hargaš
1988Frankreich Fabrice Colas, Frédéric Magné Hans-Jürgen Greil, Uwe Buchtmann Jiří Illek, Lubomír Hargaš
1989Frankreich Fabrice Colas, Frédéric Magné Jiří Illek, Lubomír HargašItalien Andrea Faccini, Federico Paris
1990Italien Gianluca Capitano, Federico ParisJapan Masaru Saito, Narihiro Inamura Markus Nagel, Uwe Buchtmann
1991Deutschland Emanuel Raasch, Eyk Pokorny Lubomír Hargaš, Pavel BuráňFrankreich Frédéric Lancien, Denis Lemyre
1992Italien Gianluca Capitano, Federico Paris Lubomír Hargaš, Pavel Buráň Anthony Peden, David Dew
1993Italien Federico Paris, Roberto ChiappaAustralien Stephen Pate, Dany Day Arnost Dromanek, Lubomír Hargaš
1994Frankreich Fabrice Colas, Frédéric MagnéDeutschland Emanuel Raasch, Jens GlücklichItalien Federico Paris, Roberto Chiappa
Commons: Tandemrennen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. UCI-Reglement Track Races, dort: 3.2.184ff "Tandem"
  2. UCI-Reglement Para-Cycling, dort: 16.8.001ff "Track Races" (Memento vom 15. Mai 2011 im Internet Archive)
  3. Das polnische Duo wurde im Nachhinein disqualifiziert, weil sie die Dopingkontrolle nicht wahrgenommen hatten. Siehe: Cycling4Fans - Doping: K - L. In: cycling4fans.de. Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  4. Die bundesdeutschen Tandemfahrer Fredy Schmidtke und Dieter Giebken wurde wegen Dopings aus der Wertung genommen. s. Radsport, 7. September 1983, S. 3