Les Lèches
| Les Lèches Las Leschas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Vallée de l’Isle | |
| Gemeindeverband | Isle et Crempse en Périgord | |
| Koordinaten | 44° 59′ N, 0° 23′ O | |
| Höhe | 64–167 m | |
| Fläche | 21,58 km² | |
| Einwohner | 389 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 18 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24400 | |
| INSEE-Code | 24234 | |
| Website | www.les-leches.fr | |
Kapelle Tresséroux | ||
Les Lèches (Aussprache [le lɛʃ], okzitanisch Las Leschas) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 389 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Bewohner werden Léchois und Léchoises genannt.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Les Lèches liegt etwa 34 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 66 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 17 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Landschaft des Landais, im touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Beauronne, dem Ruisseau de l’Ironzeau sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Les Lèches liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das langgezogene Gebiet von Les Lèches erstreckt sich über eine bewaldete, gewellte Landschaft, die durch die Täler der Beauronne und ihrer Nebenflüsse eingeschnitten wird und deren Erhebungen Höhen über 150 m selten überschreiten. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 167 m im Nordosten in der Nähe des Weilers Combe de Cosse, der tiefste Punkt mit 64 m im Nordwesten beim Austritt der Beauronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf einem Hang oberhalb des Tals der Beauronne auf etwa 94 m Höhe.
Rund 59 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 30 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen, genutzt, rund 9 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation, rund 2 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.[2]
Umgeben wird Les Lèches von den acht Nachbargemeinden:
| Saint-Médard-de-Mussidan | Mussidan | Bourgnac |
| Saint-Géry | Église-Neuve-d’Issac | |
| Bosset | Lunas | Eyraud-Crempse-Maurens |
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Les Lèches sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. Die Gemeinde verzeichnet eine erhebliche Niederschlagsmenge, selbst im Monat mit historisch niedrigen Niederschlagswerten. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Les Lèches beträgt 13,5 °C. Etwa 852 mm des Niederschlags fällt jährlich.[3]
Natürliche und technologische Risiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Natürliche Risiken manifestieren sich in Les Lèches neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodenbewegungen
- Bodensetzungen
Aufgrund der ausgedehnten Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Les Lèches einer erheblichen Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im Gemeindegebiet außerhalb des Zentrums besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet außerhalb des Tals der Beauronne von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
In Les Lèches bestehen folgende Arten von Bodenbewegungsrisiken:
- Senkungen und Einstürze anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
- Hangrutschungen: mehr oder weniger langsame Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich Boden löst. Diese treten je nach Bodenart, Hangneigung und Witterungsbedingungen auf.
Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich in diesem Fall um eine frühere Tankstelle.[5]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Straße von Mussidan nach Bergerac sind einige Ruinen des Priorats von Tresséroux zu sehen. Im Mittelalter lebten dort Benediktinerinnen, die zur Abtei von Ligueux gehörten. Der Name des Priorats ist im 14. Jahrhundert in der Schreibweise Tresseros (deutsch die drei Schwestern), im Okzitanischen tres und sòrre, belegt (1364). Zuvor erschien bereits eine latinisierte Form in Prioratur de Tribus sororibus (deutsch Priorat der drei Schwestern) (1301).
Der Name des Dorfes ist seit dem 12. Jahrhundert belegt, in dem Las Leschas im Jahr 1125 in den Schriften erschien und die Variante Las Lescas im Jahr 1130. Sehr viel später lieferte das 17. Jahrhundert Las Leychas (1632), die heutige Form gesichert im 18. Jahrhundert (1748). Der Name steht für den Plural des nordokzitanischen lecho (deutsch Sumpfbinse), ein Wort, das wie das französische laîche (deutsch Segge), im Altfranzösischen lesche, einer Form °lisca entstammt, die ihren Ursprung im Präkeltischen hat. Die Variante lesque bezeichnet im Médoc ein brachliegendes Land, weil es sumpfig ist.[6]
Nachdem das Priorat im 14. Jahrhundert von großer Bedeutung gewesen war, wurde es 1793 – während der Französischen Revolution – entweiht und als Nationalgut verkauft. Die einschiffige romanische Kapelle bleibt bis heute das wichtigste Zeugnis dieser Vergangenheit.[7]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Les Lèches: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 559 | |||
| 1800 | 572 | |||
| 1806 | 566 | |||
| 1821 | 549 | |||
| 1831 | 620 | |||
| 1836 | 632 | |||
| 1841 | 642 | |||
| 1846 | 653 | |||
| 1851 | 702 | |||
| 1856 | 708 | |||
| 1861 | 678 | |||
| 1866 | 639 | |||
| 1872 | 543 | |||
| 1876 | 581 | |||
| 1881 | 566 | |||
| 1886 | 572 | |||
| 1891 | 563 | |||
| 1896 | 546 | |||
| 1901 | 531 | |||
| 1906 | 531 | |||
| 1911 | 461 | |||
| 1921 | 436 | |||
| 1926 | 415 | |||
| 1931 | 431 | |||
| 1936 | 375 | |||
| 1946 | 332 | |||
| 1954 | 368 | |||
| 1962 | 314 | |||
| 1968 | 324 | |||
| 1975 | 267 | |||
| 1982 | 257 | |||
| 1990 | 306 | |||
| 1999 | 298 | |||
| 2006 | 308 | |||
| 2013 | 354 | |||
| 2020 | 379 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Pfarrkirche Saint-Laurent mit ihrem Spitzhelm ist ein Werk des 19. Jahrhunderts.
- Am Ortsrand befindet sich ein überdachter Waschplatz aus dem 19. Jahrhundert.
- Umgebung
- Die ansonsten schmucklose Fassade der Kapelle von Tresséroux hat ein in die Tiefe gestaffeltes Eingangsportal mit einem Überfangbogen in Form eines Diamantstabes. Eher ungewöhnlich ist die Platzierung des Glockengiebels oberhalb des Triumphbogens. Über der Apsis befinden sich kleine Maueröffnungen, die als Einfluglöcher für einen dahinter befindlichen Taubenschlag dienten. Der Kirchenbau ist seit dem Jahr 1982 als Monument historique eingeschrieben.[7]
- Pfarrkirche Saint-Laurent
- Kapelle von Tresséroux, Eingangsportal
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über die öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Les hirondelles“.[10]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 155 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Les Lèches erwerbstätig, entsprechend 75,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,1 %) höher war als bei den Frauen (74,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (20). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,9 % (2016) auf 8,6 % (2022).[11]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]45 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Les Lèches wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 8 | 17,8 % |
| Baugewerbe | 8 | 17,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 2 | 4,4 % |
| Finanzen und Versicherungen | 4 | 8,9 % |
| Immobilien | 5 | 11,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 9 | 20,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 5 | 11,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 4 | 8,9 % |
| Gesamt | 45 |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Les Lèches liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 24 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 18 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und auf 9 im Jahr 2020, ein Rückgang von 62,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche schrumpfte von 496 Hektar im Jahre 1988 auf 375 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 20,7 Hektar auf 41,7 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 709 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 709 von Mussidan nach Bergerac durchquert das Gemeindegebiet, allerdings am Zentrum vorbei. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit der D 709, mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Die Autobahn A 89, genannt La Transeuropéenne durchquert das nördliche Gemeindegebiet mit Mautstelle und Anschlussstelle (13). Von dort verzweigt die D 709 als Umfahrung von Mussidan und in die D 709E1, die direkt in das Zentrum von Mussidan führt. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Gemeindepartnerschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sardón de Duero in der Provinz Valladolid, Spanien[17]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Klima Les Lèches. Climate-Data.org, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 197
- 1 2 Ancien prieuré de Tresseroux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Notice Communale Les Lèches. EHESS, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 19. Mai 2026
- ↑ École primaire Les hirondelles. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- 1 2 Dossier complet - Commune des Lèches(24234). INSEE, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Les Lèches. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Comité de jumelage. Gemeinde Les Léches, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
