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Curio TI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Curiof zu vermeiden.
Curio
Wappen von Curio
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Breno
Gemeinde: Lemai2
Postleitzahl: 6986
frühere BFS-Nr.: 5181
Koordinaten: 710495 / 95498Koordinaten: 46° 0′ 7″ N,  51′ 54″ O; CH1903: 710495 / 95498
Höhe: 569 m ü. M.
Fläche: 2,75 km²
Einwohner: 587 (31. Dezember 2024)
Einwohnerdichte: 213 Einw. pro km²
Website: www.lema.ch
Kirche San Pietro
Kirche San Pietro
Karte
Curio TI (Schweiz)
Curio TI (Schweiz)
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Gemeindestand bis zur Fusion am 6. April 2025

Curio ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Lema im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 6. April 2025 bildete es eine eigenständige Gemeinde.

Curio. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1964)

Das Dorf liegt im mittleren Malcantone rund 3 Kilometer westlich von Agno im Südwesten des Kantons. Es liegt auf 556 m ü. M. am Südhang des 746 m ü. M. hohen Sciaroni (auch Gheggio) über dem Tal der Magliasina am Bach Riale di Molge. Dieser bildet unterhalb des Dorfes eine kleine Schlucht, ehe er in die Magliasina mündet, die die komplette östliche und nordöstliche Gemeindegrenze markiert. Im Südwesten erhebt sich der 813 m ü. M. hohe bewaldete Hügel I Mundínn (Monte Mondini), an dessen Westhang sich ein rund 0,1 km² grosses Gebiet erstreckt, das nur durch einen schmalen Korridor mit dem restlichen Gemeindegebiet zusammenhängt. Nordwestlich von Curio liegt auf 588 m ü. M. unterhalb des Monte Lema am Südosthang des Motto Croce die Exklave Bombinasco.

Im Jahr 1196 wird das Dorf erstmals als Coira schriftlich erwähnt, später (1298) erscheint es als Cuyri. Im Jahr 1352 wird eine dem heiligen Petrus geweihte Kirche erwähnt. Um Bombinasco, einen Weiler zwischen Astano, Bedigliora und Sessa TI, stritten sich die Gemeinden Curio und Bedigliora lange; 1850 wurde er endgültig zu Curio geschlagen. Die heutige Dorfkirche stammt aus dem Jahr 1609.[1][2]

Am 4. November 2014 ereignete sich in der Gemeinde Curio ein schwerer Erdrutsch vom Malcantone, bei dem zwei Menschen starben.[3] Die Landstrasse nach Bombinasco (Fraktion der Gemeinde Curio) wurde darauf zwischen Astano und Banco gesperrt.

Am 26. November 2023 wurde in einer konsultativen Volksabstimmung der Vorschlag angenommen, mit den Nachbargemeinden Astano, Bedigliora, Miglieglia und Novaggio zur neuen Gemeinde Lema zu fusionieren und damit die 20 Jahre zuvor abgelehnte Idee wieder aufzugreifen.[4] Die Fusion wurde am 6. April 2025 vollzogen.

Curio und Bombinasco bilden zusammen nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[5]

Curio: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2024
Jahr  Einwohner
1600
 
280
1683
 
310
1719
 
264
1769
 
300
1799
 
288
1808
 
290
1824
 
350
1836
 
399
1850
 
421
1860
 
407
1870
 
399
1880
 
393
1888
 
416
1900
 
340
1910
 
343
1920
 
356
1930
 
380
1941
 
273
1950
 
275
1960
 
235
1970
 
276
1980
 
288
1990
 
421
1991
 
439
1992
 
466
1993
 
484
1994
 
480
1995
 
498
1996
 
490
1997
 
507
1998
 
510
1999
 
525
2000
 
535
2001
 
527
2002
 
553
2003
 
558
2004
 
565
2005
 
553
2006
 
552
2007
 
548
2008
 
530
2009
 
532
2010
 
533
2011
 
517
2012
 
537
2013
 
544
2014
 
559
2015
 
551
2016
 
546
2017
 
544
2018
 
559
2019
 
565
2020
 
578
2021
 
595
2022
 
608
2023
 
594
2024
 
587
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[6][7] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[8]

Das Dorf liegt an einer Nebenstrasse zwischen Novaggio und Pura. Diese führt über Pura nach Caslano am Luganersee, wo sie in die Hauptstrasse 398 einmündet. Oberhalb von Curio zweigt eine Nebenstrasse ab, die über Banco zum Weiler Bombinasco führt. Eine weitere Nebenstrasse verbindet Curio mit Bedigliora.

Sehenswürdigkeiten

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Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[9]

  • Pfarrkirche San Pietro[10]
  • In der Pfarrkirche San Pietro: Gemälde des Patrons und Reliquienschrein[10]
  • Wallfahrtskapelle Madonna della Morella mit Fresko im Innern: Madonna und Heilige Lucia und Caterina, 1597 gemalt von Domenico Banchini aus Curio[10]
  • Ehemalige Zeichenschule (heute «Museo del Malcantone»), Architekt: Luigi Fontana (1812–1877) aus Muggio; das Museum wurde 1989 eröffnet und befindet sich in einem neoklassizistischen Gebäude aus dem Jahre 1853. Es befasst sich mit der Kultur und Geschichte des Malcantone.[10][11] Am 10. September 1854 fand die Einweihung des Gebäudes statt.
  • In der Kirche della Santissima Trinità im Ortsteil Bombinasco: Paliotto in Stuckmarmor#Scagliola[10]
  • Associazione Calcistica Lema[12]

Persönlichkeiten

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Das Dorf Curio hat im Wappen einen Wolfskopf. Die Legende besagt, dass im Jahr 1885 ein Wolf das Dorf terrorisiert habe. Die Bewohner beschlossen, ihn zu jagen. Aber da brach ein Brand in einem Haus aus, in dem ein Kleinkind schlief. Aus dem brennenden Haus habe der Wolf das Kleinkind herausgetragen.

  • Ernesto W. Alther, Ermanno Medici: Curio e Bombinasco dagli albori. Armando Dadò Editore, Locarno 1993.
  • Virgilio Chiesa: Curio. In: Lineamenti storici del Malcantone. Tipografia Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.
  • Bernardino Croci Maspoli: Curio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Februar 2023.
  • Renato Giovannoli: Il Vello d’Oro e il mistero di Garavee. In: Giornale del Popolo. 20. August 2011, S. 22–23.
  • Luigi G. Herz: Di lasco e di bolina. Una disputa medico-farmacologica sul «solfato indigeno febbrifugo», tra Lombardia e Ticino, 1846–1848. In: Archivio Storico Ticinese. Nr. 147. Casagrande, Bellinzona 2010.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 390–409.
  • Ermanno Medici: Curio. Note di storia. Florenz 1960.
  • Nicola Navone (Hrsg.): Dalle rive della Neva. Epistolari di tre famiglie di costruttori nella Russia degli zar. Mendrisio Academy Press, Mendrisio 2009.
  • Giovanni Maria Staffieri: Curio. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 32–35, 37, 61.
  • Celestino Trezzini: Curio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Cavadini – Daegerlen. Attinger, Neuenburg 1924, S. 654 (Digitalisat).
Commons: Curio TI – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Bernardino Croci Maspoli: Curio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Februar 2023.
  2. Bombinasco auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 27. Juni 2017).
  3. Erdrutsch tötet Mutter und dreijährige Tochter. In: 20min.ch/schweiz/news/story, abgerufen am 13. Juli 2024.
  4. Medio Malcantone Lema, «i cittadini ci hanno dato fiducia» auf cdt.ch (italienisch)
  5. Patriziato di Curio-Bombinasco. In: Elenco patriziati. Repubblica e Cantone Ticino, Bellinzona, abgerufen am 30. August 2024 (italienisch).
  6. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 26. Juni 2026.
  7. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 26. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 26. Juni 2026.
  9. Curio. In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS. Bundesamt für Kultur BAK, 2005, abgerufen am 7. April 2025 (italienisch).
  10. 1 2 3 4 5 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 390–409.
  11. Website des Museo del Malcantone. In: museodelmalcantone.ch, abgerufen am 13. Juli 2024 (mit Fotos).
  12. Associazione Calcistica Lema. In: matchcenter-ftc.football.ch, abgerufen am 13. Juli 2024 (mit Foto).