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Gleno

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Gleno
Gleno (Osttimor)
Gleno (Osttimor)
Gleno
Koordinaten  43′ S, 125° 26′ OKoordinaten:  43′ S, 125° 26′ O

Basisdaten
Staat Osttimor
Gemeinde Ermera
Verwaltungsamt Ermera
Suco Talimoro, Lauala, Riheu
Höhe 707 m
Einwohner 12.546 (2022)
Gründung 1979–1983Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum
Blick auf Gleno
Blick auf Gleno
Blick auf Gleno

Gleno ist die Hauptstadt und Wirtschaftszentrum der osttimoresischen Gemeinde Ermera.

Klimadiagramm von Gleno[1]

Gleno liegt in einer Meereshöhe von 707 m, im Nordosten des Verwaltungsamts Ermera.[2] Im Westen begrenzt der Goumeca die Stadt. Er fließt in den Fluss Gleno, der nördlich entlang der Stadt verläuft. Durch die Stadt fließt der Roumetalena. Die Flüsse gehören zum System des Lóis.[3] Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 25 km nach Nordosten. Auf der schwierigen Straße durch das Bergland benötigt man für die mehr als 50 km nach Dili etwa zwei Stunden mit dem Auto. Die alte Gemeindehauptstadt Ermera liegt in Luftlinie etwa 5 km südwestlich von Gleno.

Der Westen der Stadt gehört zum Suco Talimoro, mit den Aldeias Moris Foun im Nordosten, Bura im Zentrum und Nunusua im Süden. Glenos Nordosten gehört zum Suco Lauala (Aldeia Ervilhat) und der Südosten zum Suco Riheu (Aldeia Gomhei). Über eine Brücke gelangt man über den Fluss Gleno in den Suco Fatuquero (Verwaltungsamt Railaco) und dem Dorf Palimano (Aldeia Palimano), das praktisch ein Vorort von Gleno ist.[2]

Zwischen 2008 und 2010 mass man eine jährliche Niederschlagsmenge von 1845 mm.[4]

Die Dorfältesten begrüßen Präsident Guterres in Gleno (2020)

Bei der Volkszählung 2022 zählte man 12.546 Menschen, die in den als urban klassifizierten Gebieten der Sucos leben, in die sich Gleno ausdehnt. Darunter sind möglicherweise auch die Einwohner der alten Gemeindehauptstadt Ermera, die zum Suco Poetete Vila gehört.[5] 2010 registrierte man für die Stadt Gleno 8.133 Einwohner.[6]

Zählt man die Einwohnerzahlen der Aldeias von 2015 zusammen, erhält man 7.484 Einwohner, wobei nur Moris Foun komplett in der Stadt liegt, während zu den anderen Aldeias noch andere Ortschaften gehören, sodass auch diese Zahl ungenau ist.[7]

Die meisten Einwohner Glenos geben als Muttersprache Tetum Prasa an. Nur kleine Minderheiten sprechen Mambai oder eine andere der Nationalsprachen Osttimors.[8][9][10]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der damaligen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte, die nach dem gleichnamigen Fluss im Norden benannt wurde. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurden nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[11]

Gleno litt stark während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999. Es kam zu großen Zerstörungen.[12] Deutsche Wahlbeobachter berichteten, dass während der Stimmabgabe am 30. August pro-indonesische Milizionäre in die Luft schossen und die Wähler mit Steinen bewarfen. Zwei Personen wurden dadurch verletzt. Der Angriff gilt als schwerster Zwischenfall am Tag des Referendums.[13] Die Unabhängigkeitsaktivistin Ana Lemos wurde am 13. September ermordet.[14][15]

Am 22. November 2007 führten die meuternden Soldaten des Rebellen Alfredo Alves Reinado eine Militärparade in Gleno durch, mit der sie deutlich machen wollten, dass sie sich immer noch als Teil der F-FDTL fühlen. Sie forderten damit die Wiederaufnahme in die Verteidigungskräfte. Reinado drohte vor 500 Zuschauern, er würde die Nation wieder destabilisieren und seine „Soldaten runter nach Dili führen“.[16]

Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen

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Gleno liegt im Hauptanbaugebiet Osttimors für Kaffee. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation plant man die Anpflanzung von Kokospalmen. Bei Gleno befindet sich eine Fischzucht.

In Moris Foun befindet sich die Grundschule Escola Basica Filial Dona Ana Lemos, die nach der Unabhängigkeitsaktivistin benannt ist. Die sterblichen Überreste von Ana Lemos sind unter dem Denkmal zum Unabhängigkeitstag Osttimors 2002 in Gleno begraben. Außerdem stehen hier die Grundschule 10 Abril Gleno, die Sekundarschule Nino Konis Santana, die Bibliothek und der Markt. Das Fußballstadion Estádio Café Ermera wurde am 20. August 2019 eingeweiht.[17] In Nunusua befinden sich ein Hindutempel, die Gemeindestation der Nationalpolizei und das Gemeindebüro des Statistischen Nationalinstituts. Der Sitz des Sucos Talimoro liegt im zur Aldeia Bura gehörenden Teil Glenos.[2]

Das East Timor Coffee Institute (Instituto de Café de Timor-Leste, ETCI) ist eine staatlich anerkannte Hochschule.[18] Die Lehreinrichtung befindet sich in Nunusa, während die zugehörigen Pflanzungen in Ervilhat liegen. Dort sind auch die Polizeiverwaltung, die Kirche Nossa Senhora da Graça Gleno und die Schule für Restaurant und Tourismus.[2]

In Gomhei steht das Gemeindehospital.[2] Außerdem gibt es in Gleno ein kleines Waisenhaus.[19]

Das Gefängnis Gleno liegt im Vorort Palmano.[2]

Persönlichkeiten

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Der ehemalige Freiheitskämpfer und Attentäter vom 11. Februar 2008 Alfredo Alves Reinado wuchs in Gleno auf. Die Unabhängigkeitsaktivistin Ana Lemos arbeitete hier als Lehrerin.

Commons: Gleno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Seeds of Life
  2. 1 2 3 4 5 6 Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera (Memento vom 14. August 2022 im Internet Archive)
  3. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.
  6. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (Memento vom 6. September 2014 im Internet Archive) (PDF; 3,2 MB).
  7. Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).
  8. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Talimoro (tetum; PDF; 8,5 MB)
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Lauala (tetum; PDF; 8,5 MB)
  10. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Riheu (tetum; PDF; 8,5 MB)
  11. CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento vom 28. November 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB).
  12. Bericht von Amnesty International (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive) (englisch)
  13. Bericht vom Tag des Unabhängigkeitsreferendums
  14. Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera (Memento vom 14. August 2022 im Internet Archive)
  15. „Annexe 1: Timor-Leste 1999: Crimes against Humanity“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch).
  16. Sinchew, 23. November 2007, East Timor: Fugitive Rebel Soldier Threatens New East Timor Government.
  17. SEJD: SEJD inagura Estadio Municipal cafe de Ermera, 29. August 2019, abgerufen am 12. Januar 2024.
  18. Agência Nacional para a Avaliação e Acreditação Académica: Accredited Institutions (Memento vom 14. August 2014 im Internet Archive), abgerufen am 1. Mai 2017.
  19. Hope Waisenhaus in Gleno (Memento vom 26. Dezember 2015 im Internet Archive)