close
Zum Inhalt springen

Meschduretschensk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stadt
Meschduretschensk
Междуреченск
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Oblast Kemerowo
Stadtkreis Meschduretschensk
Bürgermeister Wadim Alexandrowitsch Schamonin
Gegründet 1948
Frühere Namen Olscheras
Stadt seit 1955
Fläche 335,4 km²
Bevölkerung 101.678 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 303 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 240 m
Zeitzone UTC+7
Telefonvorwahl (+7)38475
Postleitzahl 652870–652888
Kfz-Kennzeichen 42, 142
OKATO 32 425
Website www.mrech.ru
Geographische Lage
Koordinaten 53° 41′ N, 88° 3′ OKoordinaten: 53° 41′ 0″ N, 88° 3′ 0″ O
Meschduretschensk (Russland)
Meschduretschensk (Russland)
Lage in Russland
Meschduretschensk (Oblast Kemerowo)
Meschduretschensk (Oblast Kemerowo)
Lage in der Oblast Kemerowo
Liste der Städte in Russland
Meschduretschensk, Juli 2006

Meschduretschensk (russisch Междуре́ченск) ist eine Stadt in Russland in der Oblast Kemerowo. Sie hat 101.678 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Meschduretschensk liegt etwa 60 Kilometer östlich von Nowokusnezk, der größten Stadt der Oblast Kemerowo, sowie rund 312 Kilometer südöstlich der Gebietshauptstadt Kemerowo. Die Stadt befindet sich zwischen den beiden Flüssen Tom und Usa. Daher der Ursprung des Namens Meschduretschensk, was übersetzt „Zwischen zwei Flüssen“ bedeutet. Meschduretschensk verfügt über eine Eisenbahnanbindung an die Strecke zwischen Nowokusnezk und Abakan.

Meschduretschensk als Stadt gibt es seit dem 23. Juni 1955. Es wurde an der Stelle der Siedlung Olscheras gegründet, die als Arbeitersiedlung im Rahmen der Erschließung einer Steinkohlelagerstätte 1948 entstand.[2] 1948 bis 1954 befand sich in der Nachbarschaft der Stadt das Gulag-Sonderlager KamyschLag.

Im Juli 1989 löste ein Streik der Bergarbeiter in Meschduretschensk eine Welle von weiteren Streiks in anderen sowjetischen Bergbaugebieten aus. Bald danach zerfiel die Sowjetunion.[3]

In der Nähe der Stadt stürzte am 23. März 1994 ein Aeroflot-Flugzeug mit 75 Menschen an Bord ab.

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr Einwohner
195954.513
197081.739
197991.296
1989107.014
2002101.987
2010101.678

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Heute gehört die Stadt zu den größten Steinkohlenbergbaugebieten Russlands und beherbergt insgesamt vier Bergwerke, darunter Raspadskaja, das größte Steinkohlebergwerk Russlands.[2] Hier kam es in den Abendstunden des 8. Mai 2010 (Ortszeit) zu zwei Schlagwetterexplosionen.[4] Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 359 Arbeiter unter Tage.[5] Die Zahl der Todesopfer stieg in den folgenden Tagen auf insgesamt 75 Bergleute.[6]

Neben dem Bergbau, der maßgebend für das wirtschaftliche Leben der Stadt ist, gibt es in Meschduretschensk heute mehrere Verarbeitungsbetriebe für die geförderte Steinkohle sowie zwei Nahrungsmittelproduktionsbetriebe.[2] Daneben gilt die Stadt als ein bekanntes Wintersportgebiet der Region; hier befindet sich der Sportpark Yugus[7] mit fünf Skipisten.[8]

Die Stadt liegt an der Südsibirischen Eisenbahn.

Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. 1 2 3 Meschduretschensk, Oblast Kemerowo. In: Мой Город. Volksenzyklopädie der Städte und Regionen Russlands, abgerufen am 23. Januar 2007 (russisch).
  3. Hans Asenbaum: Demokratie im Umbruch – Alternative Gesellschaftsentwürfe der russischen Perestroika-Bewegung. New Academic Press, Wien 2013, ISBN 978-3-7003-1860-6, S. 85 (verfügbar als E-Book [PDF; 6,4 MB]).
  4. Mindestens 30 Tote bei Bergwerksunglück (Memento vom 13. Mai 2010 im Internet Archive) bei tagesschau.de, 10. Mai 2010.
  5. In Russlands größtem Kohlebergwerk: Tote und Verletzte bei Grubenunglück. In: taz.de. 9. Mai 2010, abgerufen am 21. April 2025.
  6. Elke Windisch: Methangas-Explosionen: Mindestens 31 Tote bei Grubenunglück in Russland. In: Der Tagesspiegel. 10. Mai 2010, abgerufen am 21. April 2025.
  7. Официальный сайт инструкторской службы ГК "Югус" в Междуреченске. Website des Ausbilderdienstes der Unternehmensgruppe „Yugus“ in Mezhdrechensk, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2025; abgerufen am 16. Juli 2025 (russisch, mit Informationen zur Eröffnung der Skisaison, dem Wetterbericht, dem Skilift, den Skikursen und dem Skiverleih).
  8. Mezhdurechensk: Tramplin Yugus. In: Skisprungschanzen-Archiv. Abgerufen am 16. Juli 2025.
Commons: Meschduretschensk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien