Bret Easton Ellis schrieb „Unter Null“ und „American Psycho“ – jetzt kehrt er in der Serie „The Shards“ in seine schrecklich schönen Achtzigerjahre zurück. Das hat schon was. Aber das hat auch ein Problem.
Jahrzehnte vor den Lagerkämpfen der Gegenwart fand in der Traumfabrik eine Hetzjagd statt. Wer falsche Freunde hatte oder gegen das System aufbegehrte, wurde eiskalt gecancelt. Doch in Wahrheit ging es nicht um Moral, sondern ums Geld.
Vier Menschen führen enge Beziehungen mit einer KI – und es geht ihnen damit besser als vorher. Genau das macht die Doku „Finding Connection“ so schwer erträglich. Nach neunzig Minuten fragt man sich, wer hier eigentlich versagt hat.
Um diese beiden Schauspielerinnen kommt 2026 niemand herum: die Deutsche Sandra Hüller und die Amerikanerin Zendaya. Wer hat mehr Zuschauer, wer mehr Preise, wer höhere Ratings? Der große Vergleich.
Sieben Millionen ihrer bajuwarischen Kultkrimis soll Rita Falk verkauft haben. Mehr als elf Millionen haben ihre Fälle im Kino gesehen – bis sich die Autorin davon distanzierte. Beim zehnten Film ist wieder alles gut. Oder?
Der große Regisseur James Gray ist überzeugt, dass Hollywood ohne europäische Emigranten nicht denkbar wäre – es gebe sogar nur einen „einzigen wirklichen Amerikaner“.
Wie vereint man vier Egozentriker in vollendeter Harmonie? Man lässt sie miteinander Violinen, Bratsche und Cello spielen. „Der Klang der Stradivari“ verfilmt den uralten Menschenversuch – mit einer wesentlichen Erkenntnis.
Netflix hat es gewagt, „Unsere kleine Farm“, die Geschichte der Ingalls im Mittleren Westen, neu zu erzählen. Tradwives-Aktivistinnen kündigten einen Shitstorm an, für den Fall, dass die Serie zu „woke“ würde. Wir haben sie getestet.
Die Disney-Serie „The Bear“ versetzte uns mitten hinein in den unmenschlichen Stress einer Sterneküche – und belastete uns mit den posttraumatischen Stresssymptomen der Köche. In der finalen Staffel beweist ein englischsprachiges Sprichwort seine ganze Weisheit.
Amazon hat wieder einmal eine Young-Adult-Buchreihe verfilmt und dominiert damit die Buch- und Streamingcharts. Warum junge Menschen Eishockey-Romanzen mögen und weshalb „Off Campus“ ein Kulturprodukt auf der Höhe seiner Zeit ist.
Martin Scorsese und Steven Spielberg haben den Hollywood-Klassiker „Kap der Angst“ als Serie neu aufgelegt: Javier Bardem muss in die Fußstapfen von Robert De Niro und Robert Mitchum treten. Klingt eigentlich nach einer guten Idee.
„Achtsam morden“ war ein deutscher Serien-Welterfolg. Jetzt sucht Tom Schilling als Kita-Gründer und Gelegenheitskiller weiter nach seiner Work-Life-Balance – und findet eine Handgranatengruppe von Ökomuttis.
Dieser Film war in Cannes und später auch beim Filmfest München das Gesprächsthema schlechthin: „Everytime“ erzählt von einer Mutter, die nach dem Verlust ihrer Tochter mit deren Exfreund in den Urlaub fährt.
Willkommen in der Therapie-Gesellschaft! In „Brand New Day“, dem vierten „Spider Man“ mit Tom Holland, darf die Spinne Mann sein. Und das heißt heute, zwischen Fast-Food-Resten einsam vor sich hin zu darben.
Gäste einzuladen, kann eine gute Idee sein. Vorausgesetzt, man will an einem einzigen Abend sein gesamtes Leben infrage stellen. Das starbesetzte Kino-Kammerspiel „The Invite“ blickt hinter bildungsbürgerliche Lebenslügen.
Er dreht trotz Berufsverbot, schmuggelt seine Filme zu internationalen Festivals, gewinnt die wichtigsten Preise. Jetzt kehrt der iranische Regisseur Jafar Panahi freiwillig in seine Heimat zurück.
Ein mexikanischer Migrant und eine wohlstandsverwahrloste Amerikanerin fallen im neuen Film von Michel Franco unablässig übereinander her. Aber was sagt uns das in Trump-Zeiten?
18 Kilometer Zelluloid, 300 Kilo schwer und unter einem Decknamen angeliefert: In einem Kino in Prag ist Christoper Nolans „Odyssee“ auf einem alten analogen 70-Millimeter-Projektor zu sehen. Die Geschichte einer Konterrevolution.
Christopher Nolans „Die Odyssee“ zieht massenhaft Besucher an. Doch viele Kritiker sehen darin eine verfälschende Modernisierung des uralten Mythos. Kritik kommt jetzt von unerwarteter Seite. Eine besondere Rolle spielt dabei der Hund des Helden.
Einst stand Cowboy Woody für die magische Revolution des Animationskinos. Im fünften Teil von „Toy Story“ ist er nur noch ein deprimierender Statist. Die bittere Wahrheit über Pixars neuen Algorithmus-Kult.
Falsche Hautfarben, falsche Waffen, falscher Akzent? In Wahrheit hat Christopher Nolans gehypte „Odyssee“ ein noch viel größeres, grundsätzliches Problem. Der Meisterregisseur hat weder seinen Helden noch das homerische Abendland verstanden.
Ist Christopher Nolans „Odyssee“ das Kinoereignis des Jahres? Wir haben den Monumentalfilm mit einem Odysseus-Experten gesehen. Doch dessen Einwände sind bei weitem nicht das einzige Problem.
Kein Film kann die ganze „Odyssee“ abbilden. Wer wissen will, worum es bei Homer wirklich geht, muss lesen. Doch schon mit der Wahl der Übersetzung trifft man eine grundlegende Entscheidung. Hier sind die besten deutschen Versionen aus 250 Jahren.
Warner spricht von „katastrophalen Dimensionen“, meint aber nicht die Verwandlung von Tom Cruise, sondern die Komödie „Digger“, in der er so aussieht. Der erste Trailer zeigt außerdem einen deutschen Star.
Tina Gharavi hat aus Virginia Woolfs zweitem Roman einen Film für das ganze Jahr gemacht: Feminismusdebattenbeitrag, Historiendrama, romantische Komödie. Schöner kann man anderthalb Stunden kaum verbringen.
In Eva Trobischs Film gerät man in eine berührende Familienaufstellung: Jeder hofft, „etwas ganz Besonderes“ zu finden, etwas Besonderes zu sein. Und so entsteht ein komplexes Bild einer Stadt in Thüringen.
„Vaiana“ ist zurück – diesmal mit echten Schauspielern, handwerklich gebauten Kulissen und neu eingespielten Songs. Die Botschaft des Films trägt noch immer weit.
In den ersten Bundesländern haben die Schulferien begonnen, die Urlauberkolonne bricht wieder auf. Schon vor knapp 40 Jahren hat Gerhard Polt gezeigt, warum die meisten nicht da ankommen, wo sie eigentlich hinwollen.
Kann man sein Weißsein einfach so hinter sich lassen und sich stattdessen als Inderin und „Person of Colour“ identifizieren? Mithu Sanyals jetzt verfilmter Bestseller „Identitti“ stellt sich diesen Fragen mit Humor.
Macht ein Eigenheim wirklich glücklich? Der Ökonom und Glücksforscher Reto Odermatt beantwortet diese Lebensfrage mit Zahlen. Er weiß, welche Gruppe zu fatalen Fehleinschätzungen neigt und was den Glückseffekt einer Immobilie massiv verringert.
Die Chefin des Oetinger-Verlags fordert die Einführung eines Elternführerscheins. Warum dieser Vorschlag fatal ist und Eltern vieles brauchen – aber nicht noch mehr Erwartungen an sie.
Er gilt als Provokateur. Doch Frank Castorf mag nur keine schnellen Antworten. Auch deshalb inszeniert er jetzt Klaus Manns „Mephisto“ in Berlin. Ein Gespräch über die Schönheit der Paradoxien und darüber, wer die Idee für das Schwimmbad vor der Volksbühne hatte.
Paare streiten. Das ist normal. Wenn aber jeder Konflikt eskaliert, mangelt es an einer von Psychologen mittlerweile gut erforschten Fähigkeit. Einem Typ Mensch jedoch fehlt genau die.
Klangbäder, Atemarbeit, Vagusnervstimulation: War die Losung vor 20 Jahren noch „Werde erfolgreicher“, heißt sie heute „Heile dich“. Dabei ist das sogenannte „Healing“ vor allem ein Krankheitssymptom.
Warum ist man im Traum plötzlich nackt? Der Schlafexperte Michael Schredl gehört zu den Skeptikern unter den Traumforschern: Er hält sie nicht für unbewusstes, sondern für bewusstes Erleben. Gerade deshalb, erklärt er im Interview, verraten sie viel.
Merz wird ihn trotzdem nie rauswerfen: Mit dem abgeblasenen Versuch der Steuerbelastung von Vereinen hat Klingbeil gezeigt, dass die Berliner Kaste echte Zivilgesellschaft nicht braucht.
In Ceuta fand eine Invasion statt. Europa sollte es so benennen und entsprechend handeln. Ohne falsche Rücksicht auf Verräter im Inneren, die diese Invasion befördern.